Wegen des tödlichen Angriffs der Terrormiliz Islamischer Staat auf einen syrischen Journalisten in der türkischen Stadt Gaziantep muss die Türkei heftige Kritik einstecken. Das internationale Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) fordert nun Konsequenzen.
„Die Behörden müssen unverzüglich zu verstehen geben, dass Mordanschläge auf Journalisten auf türkischen Straßen unzulässig sind und nicht ungestraft bleiben werden“, sagte Nina Ognianova, Koordinatorin von CPI in Europa und Zentralasien. Sie hat Ankara dazu aufgerufen, die Mörder zu bestrafen und die Sicherheit für Journalisten zu gewährleisten.
Dem syrische Journalisten Mohammed Saher al-Schurkat war am Sonntag auf einer Straße in Gaziantep von einem maskierten Mann in den Kopf geschossen worden. Drei Tage lag er auf der Intensivstation, am Dienstag ist er verstorben.
Die Verantwortung für den Angriff auf al-Schurkat hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) übernommen. Der Journalist stand der oppositionellen Freien Syrischen Armee nahe.
Die türkische Regierung steht damit wiederholt im Mittelpunkt der Pressefreiheit-Skandale. Die meisten waren bislang allerdings mit der Innenpolitik Ankaras verbunden, in jüngsten Fällen betrafen sie Satire-Beiträge auch im deutschen Fernsehen.
Am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan als Privatperson einen Strafantrag wegen Beleidigung gegen den ZDF-Satiriker Jan Böhmermann gestellt, der in einer ZDF-Sendung ein Schmähgedicht über den türkischen Staatschef rezitiert hatte. Dem waren eine Verbalnote an die Bundesregierung mit der Bitte um strafrechtliche Verfolgung des Komikers in Deutschland sowie zwei Einbestellungen des deutschen Botschafters in Ankara wegen eines Beitrags der Satire-Sendung Extra 3 vorausgegangen.
Im November 2015 waren die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül festgenommen worden. Zuvor hatten sie einen Artikel veröffentlicht, in dem sie über die Beteiligung des türkischen Geheimdienstes an Waffenlieferungen für syrische Islamisten berichteten.
Quelle: Sputniknews