Anlass für die Stationierung der Raketenkomplexe Iskander in der russischen Exklave Kaliningrad sind die vorherigen destruktiven Schritte der Nato, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow erläuterte. Die USA und das nordatlantische Bündnis würden die Spannungen im Verhältnis zu Moskau ganz bewusst erhöhen.
Lawrow verwies dabei auf eine „beispiellose Verstärkung des Militärpotenzials seit Ende des Kalten Krieges“.
„Die Nato verstärkt ihre Ostflanke, um unser Land unter politischen und militärischen Druck zu setzen“, sagte er gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“.
Unter diesen Bedingungen sei Russland dazu gezwungen, sich an eine Lage auf dem Kontinent anzupassen, die sich aufgrund „der destruktiven Handlungen der Nato“ verändert habe.
„Ich möchte hier darauf hinweisen, dass wir dies auf unserem eigenen Territorium tun. Im Gegensatz zu den USA und einer Reihe anderer Länder, die ihre Truppen in an Russland grenzende Staate verlegen und provokante Militärdemonstrationen in der Nähe unserer Grenze abhalten“, so Lawrow weiter.
Aus Sicht des russischen Chefdiplomaten erhöhen die USA und die Nato ganz bewusst den „Spannungsgrad“ in den Beziehungen zu Moskau, unter dem Vorwand einer mythischen „Gefahr aus dem Osten“. Russland sei zu einem Dialog mit der Nato bereit, die Zusammenarbeit müsse jedoch auf Augenhöhe erfolgen.
Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bestätigt, dass Raketenkomplexe Iskander-M in das Gebiet Kaliningrad verlegt werden sollen. Daraus habe man nie einen Hehl gemacht, betonte die Behörde weiter.
Am 22. November hatte US-Außenamtssprecher John Kirby erklärt, die USA betrachteten die Stationierung der Iskander-Raketen bei Kaliningrad als Bedrohung für die europäische Sicherheit. Daraufhin hieß es im russischen Verteidigungsministerium, die Bedrohung gehe nicht von Russland aus, sondern sei mit der Versorgung Europas mit „nicht aus Europa stammenden“ Waffen und Militärs verbunden.
Beim Nato-Gipfel im vergangenen im Juli in Warschau war eine umfassende Aufrüstung der Ostflanke des Militärbündnisses zur „Abschreckung Moskaus“ beschlossen worden. Die Nato will 2017 gleich vier multinationale Bataillone in den baltischen Staaten und in Polen stationieren.
Quelle: Sputniknews