Sahra Wagenknecht fordert eine eigenständige europäische Sicherheitspolitik unter Einbeziehung Russlands ein. Die NATO solle aufgelöst werden.
Von Marco Maier
Angesichts der jüngsten Äußerungen von Donald Trump sieht Linksfraktions-Chefin Sahra Wagenknecht in der bisherigen transatlantischen Sicherheitsarchitektur keine Zukunft mehr. «Die Ankündigungen des zukünftigen US-Präsidenten legen gnadenlos die Fehler und Versäumnisse der Bundesregierung offen», sagte Wagenknecht den Funke Zeitungen. Die NATO müsse aufgelöst werden und durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einschluss Russlands ersetzt werden, betonte sie.
Eine solche kontinentale Sicherheitsarchitektur, die faktisch von Lissabon bis Wladiwostok reichen würde, wäre auf jeden Fall ein gewaltiger euroasiatischer Block und insbesondere für die Europäer eine logische Konsequenz aus den geopolitischen Gegebenheiten.
Vor allem jedoch müssten sich die Europäer dann nicht mehr an irgendwelchen militärischen Abenteuern zugunsten der Wall Street beteiligen, sondern können sich auf die Sicherung des eigenen Territoriums konzentrieren. Die NATO als Relikt des Kalten Krieges ist auf jeden Fall obsolet.