Balkan: Was wird aus dem Montenegro-Beitritt zur NATO nach dem Tauwetter zwischen Russland und den USA

Montenegro ist und war Zankapfel zwischen der NATO und Russland. Während die NATO viele Register zog, um das kleine Montenegro mit dem 12.000 Mann starkem in das Westbündnis zu bekommen, so wollte die russische Außenpolitik ein Referendum in Montenegro, also eine Volksabstimmung sollte über den Beitritt entscheiden. Nun aber geht es um das berüchtigte Protokoll des US-Senates, der über den Beitritt zu entscheiden hat, welches bislang aufgeschoben wurde.

News Front berichtete bereits über die noch nicht erfolgte Ratifizierung des Protokolls des US-Senates, das über einen Beitritt zwischen Monetenegro zur West-Allianz entscheidend ist. Zur Erinnerung: Im Mai 2016 stimmten die NATO-Außenminister für einen Beitritt Montenegros, welches eine Hürde von vielen darstellt. Nun müssen alle Parlamente der NATO-Mitgliedstaaten für einen Beitritt des kleinen Balkanstaates zustimmen. Wie die Zeitung Balkan Insight nun feststellte, könnte der Totalausfall nun ziemlich ins Wasser fallen. Aktuell befindet sich Montenegro in der Pfütze des Tauwetters zwischen den USA und Russland, denn wenn ausgerechnet die USA dem Beitritt nicht zustimmen, dann wären die vielen Bemühungen der NATO das kleine Montenegro in die NATO zu bekommen hinfällig.

Das liegt bekanntlich auch daran, dass der neugewählte Präsident der USA Donald Trump einen anderen Kurs in der Außenpolitik einschlagen will, wie sein Vorgänger Barack Obama oder seine Konkurrentin im US-Wahlkampf Hillary Clinton. Nach der Ansicht der Zeitung Balkan Insight wäre «Russland der Sieger», wenn der Senat sich gegen einen Beitritt Montenegros ausspricht. Aber warum Sieger? Das kleine Montenegro war in den letzten paar Jahren ein Kriegsschausplatz im sogenannten «hybriden Krieg» zwischen Ost und West und stand somit im Fokus der Geopolitik im Konflikt Ost gegen West. News Front sprach Mitte Oktober — kurz vor der Wahl in Montenegro — mit dem Balkan-Experten Dr. Vukadin über die geopolitische Situation und über die Abstimmungen und Wahlen in Montenegro. Über den Artikel auf Balkan Insight schrieb das russische Portal RT auf Russisch.