«SZ»: 27 Deutsche Banken wegen «Geldwäsche» im Visier

Mindestens 27 deutsche Banken haben nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) offenbar Geld verwaltet, das russische Geldwäscher zwischen 2010 und 2014 nach Europa geschleust haben sollen. Dabei sei Geld im Wert von über 66 Millionen US-Dollar auf die Konten deutscher Unternehmen gelangt.

Die Überweisungen sollen SZ-Recherchen zufolge von der moldauischen Moldindconbank oder der lettischen Trasta Komercbanka gekommen sein. Beide stünden angeblich im Zentrum eines als „Russian Laundromat“ (zu Deutsch: „Russischer Waschsalon“) bekannt gewordenen Geldwäsche-Schemas.

Wie aus den Daten hervorgehen soll, die der SZ offenbar vorliegen, soll die Commerzbank 27,4 Millionen Dollar erhalten haben – und damit die größte Summe in Deutschland. Eine Stellungnahme auf Anfrage der Zeitung sei bislang nicht erfolgt. Die Compliance zur Vermeidung unethischer oder illegaler Handlungen habe bei der Commerzbank allerdings einen hohen Stellenwert, betonte eine Sprecherin gegenüber der SZ. Überweisungen würden überwacht und im Verdachtsfall den Behörden gemeldet.

Von den 27,4 Millionen sollen allein 23 über die Jahre hinweg von denselben fünf Briefkastenfirmen auf 63 verschiedene Konten überwiesen worden sein – Verdacht hätte es also gegeben. Die Namen der Unternehmen wurden laut SZ schon 2014 bekannt, als die Journalistenvereinigung „Organized Crime and Corruption Reporting Project“ (OCCRP) Ermittlungsakten veröffentlicht hatte, in denen diese auftauchten.

Ebenso soll die Deutsche Bank von dem Geldwäsche-Ring betroffen sein. Auf deren Konten seien rund 24 Millionen US-Dollar „gespült“ worden. Nach Angaben des Unternehmens wurden seit 2015 1000 neue Mitarbeiter in den Bereichen Compliance und „Anti-Financial-Crime“ eingestellt. Die Kontrollen würden außerdem zusätzlich ausgebaut.

 

Zuvor hatte die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass 17 britische Banken angeblich gewaschenes Geld in Höhe von rund 740 Millionen Dollar verwaltet haben sollen. Wie das Blatt unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente schreibt, kamen davon zwischen 2010 und 2014 mindestens 20 Milliarden Dollar aus Russland.

Das russische Außenministerium teilte seinerseits mit, dass die Behörde mehrfach ihre westlichen Partner auf die Situation mit „kriminellen Kapitalen“ britischer Banken aufmerksam gemacht habe.

 

Quelle : Sputnik Deutschland / Süddeutsche Zeitung