Giftgas-Angriff in Idlib Vorwand für US-Militäreinmischung – Assad

Der Vorfall mit dem Einsatz von Chemiewaffen in Idlib ist Teil der Dämonisierungskampagne gegen die syrische Regierung und ein Vorwand für eine Militäreinmischung der USA in Syrien, sagte Präsident Baschar al-Assad im Interview mit weißrussischen Medien am Donnerstag.

Zuerst sei solch eine Kampagne „in den Augen der einfachen Menschen“ entfaltet worden. Diese habe jedoch kein Ergebnis gebracht.

„Dann musste man eine andere Taktik wählen – den syrischen Staat vor der westlichen öffentlichen Meinung dämonisieren, um die Unterstützung für eine militärische Invasion zu erhalten. Vor allem nach dem Fehlschlag der Politik gegen den IS (Islamischer Staat, auch Daesh) und Dschebhat an-Nusra“, so Assad.

Mit der Unterstützung dieser Organisationen „wollten die Initiatoren der Kampagne zeigen, dass es nicht der IS oder Dschebhat an-Nusra sind, die gegen die Zivilbevölkerung kämpfen, sondern der (syrische – Anm. d. Red.) Staat, indem er Gasattacken mit Sarin nutzt. Das war ein Vorwand für eine militärische Einmischung der USA in die syrische Lage“, erläuterte der Staatschef.

Syrische Oppositionskämpfer hatten Anfang April rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

Die USA hatten als Reaktion auf den vermutlichen Giftgasangriff in der Nacht auf den 7. April von Schiffen der US Navy im Mittelmeer aus 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärflugplatz Schairat abgefeuert, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen oder auch nur eine Untersuchung durchzuführen, ob Damaskus schuldig ist. Moskau bezeichnete den Angriff als einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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