Das Treffen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu und des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul hängt anscheinend mit der Regelung der Syrien-Krise zusammen und nimmt eine noch engere Kooperation zwischen Moskau, Ankara und Teheran sowie die Lösung der Kurden-Frage vorweg, schreibt das Portal „rueconomics.ru“.
Von der türkischen Seite nahmen an dem Treffen auch der Verteidigungsminister Fikri Işık, der Leiter des türkischen Inlandsgeheimdienstes Hakan Fidan sowie der Pressesprecher des Präsidenten, Ibrahim Kalin, teil.
„Soweit bekannt ging es um die Situation in Syrien, die Verhandlungen in Astana, um die Deeskalationszonen“, sagte Boris Dolgow, Politologe und Islamforscher der Russischen Akademie der Wissenschaften. „Ich würde allerdings nicht sagen, dass dieses Treffen die Positionen der Seiten in der Syrien-Krise beeinflusst.“
In der Regel treffe sich der Präsident eines Landes sehr selten mit dem Verteidigungsminister eines anderen Landes. Das sei ein sehr wichtiges Treffen, äußerte der Direktor des Forschungszentrums „Naher Osten-Kaukasus“, Stanislaw Tarasow. Er sei auch davon überzeugt, dass die Syrien-Regelung und die enge Koordinierung zwischen den Seiten vor allem vor der Unterzeichnung der Vereinbarung über die Deeskalationszonen im Fokus des Treffens gestanden haben.
„Russland, der Iran und die Türkei sind die Hauptsponsoren dieses Projekts, und man muss eindeutig festlegen, welche Truppen diese Sicherheit auch koordinieren werden. Hier werden wir anscheinend zum ersten Mal mit der Türkei, die ein Nato-Mitglied ist, zusammenarbeiten“, so Tarasow. „Es ist auch wichtig, die Perspektiven der politischen Regelung und der Kurden-Frage zu verstehen.“
Die Frage bleibe offen, welchen Status die Kurden bekommen würden. Aus Tarasows Sicht deutet alles darauf hin, dass die drei Garanten-Länder eng zusammenarbeiten würden, weshalb in absehbarer Zeit neue Entscheidungen zu erwarten seien.
Quelle: Sputnik