OMV-Chef Seele fordert von EU Reaktionsmaßnahmen auf anti-russische US-Sanktionen

 

Der Chef des österreichischen Öl- und Gasunternehmens OMV und Präsident der Russisch-Deutschen-Auslandshandelskammer, Rainer Seele, hat die Eurokommission und die Bundesregierung dazu aufgerufen, Reaktionsmaßnahmen auf die Ausweitung der amerikanischen Sanktionen gegen Russland zu ergreifen, berichten russische Medien.

Seele äußerte seine Forderung in der Pressekonferenz „Neue US-Sanktionen – mögliche Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft in Russland“.

„Wir appellieren im Namen der deutschen Wirtschaft in Russland an die Bundesregierung und an die EU-Kommission, Gegenmaßnahmen gegen die US-Sanktionen einzuleiten“, sagte Seele.

Sowohl die Handlungen der USA als auch die jetzige Haltung der Bundesregierung würden den deutschen Wirtschafts- und Energieinteressen und den deutschen Unternehmen in Russland extrem schaden.

„Es ist Zeit, über eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen zu sprechen. Davon würden wir alle profitieren“, betonte Seele.

Schließlich würden diese die europäische Energiesicherheit gefährden.
Eine ähnliche Meinung hatte zuvor der AHK-Vorstandsvorsitzende, Matthias Schepp, bei einer Präsentation am Mittwoch geäußert: „Die neuen Sanktionen schweben wie ein Damoklesschwert über den deutschen Unternehmen.“

Dennoch, Seele hob auch hervor, dass die US-Sanktionen die Projekte der OMV in Russland nicht aufhalten werden.

OMV ist neben Shell, Engie, Uniper und Wintershall ein wichtiger Akteur im Gaspipeline-Projekt „Nord-Stream 2“, das den Bau von zwei Pipeline-Strängen mit einem Gesamtdurchlassvolumen von 55 Milliarden Kubikmeter Gas vorsieht.

Das Gas soll dann direkt von der russischen Küste bis nach Deutschland transportiert werden, von wo es dann weiter in Europa verteilt werden soll. Dabei werden alle Transitländer umgangen, die in der Vergangenheit mehrmals für Störungen des Gastransits verantwortlich waren.

Das neue US-Sanktionsgesetz richtet sich gegen alle Unternehmen, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Damit soll vor allem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verhindert werden, das russisches Gas direkt – abseits der Transitländer — in die EU transportieren soll.
Für Europa würde ein Wegfall des Pipelineprojekts nach Angaben des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft höhere Energiepreise und wachsende Unsicherheit bei der Energieversorgung bedeuten.

 

Quelle: Sputnik