Der Präsident der Türkei Recep Tayyip Erdogan hat vor der UN-Vollversammlung in New York die schleppende Auszahlung von EU-Finanzmitteln zur Flüchtlingshilfe in seinem Land kritisiert. Dies teilte die Agentur Reuters am Mittwoch mit.
“Ich möchte unterstreichen, dass wir nicht genug Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft erhalten haben, insbesondere nicht von der Europäischen Union”, bringt die Agentur die Worte Erdogans.
Dem Bericht nach, rief der türkische Präsident die Staatengemeinschaft dazu auf, ihre Zusagen einzuhalten. Die Türkei beherberge derzeit drei Millionen Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien sowie 200.000 Menschen aus dem Irak, sagte Erdogan. Die Ausgaben der Türkei dafür beliefen sich mittlerweile auf über 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro).
Die Agentur ergänzt, dass die EU im Rahmen der Flüchtlingsvereinbarung mit der Türkei vom Frühjahr 2016 drei Milliarden Euro zur Versorgung von Menschen in dem Land zugesagt hatte. Davon sind nach Angaben der EU-Kommission bis zu diesem Monat 838 Millionen Euro ausgezahlt worden. Erdogan sprach in New York von 820 Millionen Euro. Er kritisierte zudem, dass die Türkei von der internationalen Gemeinschaft bisher nur 520 Millionen Dollar erhalten habe.