Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut die Frage der Lieferungen von US-Waffen an die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten in Syrien aufgeworfen. In einer Sitzung der Parlamentsfraktion der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung bezichtigte er am Dienstag die USA anhaltender Waffenlieferungen entgegen türkischen Interessen.
„US-Präsident Trump hat erklärt, dass die Waffenlieferungen nach der Vernichtung von Daesh (Terrormiliz Islamischer Staat, IS – Anm. d. Red.)gestoppt würden. Indes werden die Waffen weiter geschickt. Warum nimmt die Anzahl der US-Militärbasen immer mehr zu? Wir beobachten aufmerksam diesen Prozess und haben vor, ausgehend von der aktuellen Situation zu agieren. Die Türkei hat an und für sich keinen Plan den USA gegenüber“, betonte Erdogan.
Ihm zufolge ist es absolut offensichtlich, dass die USA ein gewisses Konzept in Bezug auf die Türkei haben. Im Norden Syriens, von der östlichen bis zur westlichen Grenze, sei ein Terrorkorridor eingerichtet worden.
„Wozu werden die Waffen in die Region verlegt? Wo und gegen wen wollen die USA diese einsetzen? Entweder gegen den Iran oder gegen die Türkei … oder gegen Russland, wenn der Mut ausreicht“, fügte Erdogan hinzu.
Zuvor hatte Erdogan die USA des Versuchs bezichtigt, unter dem Vorwand des Anti-Terror-Kampfes die von ihnen erwünschte Ordnung im Nahen Osten zu fördern.
Wie Erdogan ausführte, werden die Terroristen in Syrien durch andere ersetzt, womit er die von Ankara als terroristisch eingestuften kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) meinte, die mit der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden sein sollen.
Quelle: Sputnik