Philippinen: Dengue-Impfprogramm wegen Gesundheitsgefährdung gestoppt

Der Impfstoff gegen das immer wieder tödlich verlaufende Dengue-Fieber galt als große Chance. Nun wurde die Impfaktion für Kinder ab neun Jahren auf den Philippinen gestoppt – wegen massiven Komplikationen.

Von Marco Maier

Selbst der Hersteller des Dengue-Impfstoffes Dengvaxia, der französische Pharmakonzern Sanofi, warnt vor seinem eigenen Produkt. Gerade jene Menschen, die vor der Impfung noch nie am Dengue-Fieber erkrankten, hatten nach der Injektion ein deutlich höheres Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes, der auch immer wieder zu Todesfällen führt. Denn eine wirkliche Behandlung gegen den Virus gibt es nicht, so dass man lediglich die Symptome lindern kann.

Nun stoppte die philippinische Regierung das Impfprogramm für Kinder, nachdem bereits 733.000 von ihnen den Impfstoff verabreicht bekamen, weil selbst der Pharmakonzern Bedenken äußerte. Das Justizministerium leitete inzwischen Ermittlungen ein. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Eric Tayag, betonte gegenüber dem TV-Sender ABS-CBN, dass man «für das Worst-Case-Szenario vorbereitet» sei. Zudem würde man laut Präsidentensprecher Harry Roque «keinen Stein unumgedreht lassen um jene für diesen schamlosen Gesundheitsbetrug verantwortlich zu machen, die hunderttausende junge Leben riskiert» hätten.

Gesundheitsminister Francisco Duque teilte mit, dass sein Ministerium die medizinische Geschichte aller Kinder nachvollziehen werde, welche mit Dengvaxia geimpft wurden. Zudem werde man die Untersuchungen intensivieren um eine ordentliche Pflege und Behandlung für jene sicherstellen zu können, welche sie benötigen. Auch mehrere Senatoren kündigten an, eine Untersuchung zum Impfprogramm einleiten zu wollen und um herauszufinden, welche Aktionen die Regierung durchführen müsse, um jene zu schützen, die von den negativen Effekten der Impfung betroffen seien.

Beim Dengue-Fieber, von dem es vier verschiedene Virenstämme gibt, wird man nach einer Erkrankung automatisch gegen diesen einen Stamm immun. Doch Folgeinfektionen mit einem anderen Stamm können einen schlimmen Verlauf haben, weil das Immunsystem falsch reagiert. Dies führt dazu, dass beispielsweise alleine auf den Philippinen bei mehr als 211.000 Krankheitsfällen über 1.000 Tote jährlich zu beklagen sind.

Quelle: Contra Magazin