Ethnische Ungarn verlassen massenweise die westukrainische Region Transkarpatien. Dies hat der Außenminister der Ukraine, Pawel Klimkin, via Twitter nach dem Treffen mit seinem ungarischen Amtskollegen, Péter Szijjártó, mitgeteilt.
Laut Klimkin gibt es in Transkarpatien weniger als 100.000 ethnische Ungarn.
„Menschen verlassen die Region. Unsere mit Ungarn gemeinsame Aufgabe ist es die Gemeinden zu unterstützen“, schreibt Klimkin auf Twitter.
Міністерську зустріч ОБСЄ завершуємо на позитиві. Приємна розмова з угорським колегою Петером Сіярто. Етнічних угорців на Закарпатті вже не 150 тис і навіть не 100 тис. Люди залишають регіон. Наше спільне з Угорщиною завдання — підтримати та допомогти громадам. pic.twitter.com/ciXorD5sfq
— Pavlo Klimkin (@PavloKlimkin) 7 декабря 2017 г.
Szijjártó forderte die OSZE auf, eine Mission in die Transkarpatien-Region der Ukraine zu entsenden. In der Ukraine gebe es nationalistische Stimmungen. Ungarn sei wegen der Spannungen in Transkarpatien, wo 150.000 ethnische Ungarn wohnen, beunruhigt. Dort seien anti-ungarische Demonstrationen veranstaltet worden, an denen auch Bewohner anderer Regionen der Ukraine teilnahmen. Während dieser Demonstrationen wurden laut Szijjártó nationale ungarische Symbole geschändet und anti-ungarische Parolen gerufen.
Zuvor war berichtet worden, dass Ungarn die Ukraine wegen des neuen Bildungsgesetztes scharf kritisiert. Ungarn betrachte es als einen Stoß in den Rücken des Landes. Szijjártóbetonte dabei, dass derzeit in den Beziehungen zwischen der Ukraineund Ungarn „die schwierigste Periode“ herrsche, seitdem die Ukraine ihre Unabhängigkeit erlangte.
Im September hatte die Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) ein Gesetz angenommen, mit dem radikale Veränderungen im Bildungssystem der Ukraine erfolgen sollen. Mit dem Gesetz soll die Ausbildungssprache ausschließlich Ukrainisch sein. Klassen mit Unterricht in den Sprachen der nationalen Minderheiten sollen nur bis 2020 in der Grundschule bestehen bleiben. Danach soll an allen Schulen nur noch in ukrainischer Sprache unterrichtet werden.
Quelle: Sputnik