Deutsche Industrie — US-Steuerreform verschärft Standortwettbewerb

Die deutsche Industrie erwartet nach der Verabschiedung der US-Steuerreform einen verschärften internationalen Standortwettbewerb.

“Das Gesetzespaket in den USA enthält mit verbesserten Abschreibungsregelungen und Verschärfungen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen erhebliche Anreize, Konzernfunktionen und Investitionen in die USA zu verlagern”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, am Mittwoch in Berlin. Der US-Körperschaftsteuersatz werde künftig mit 21 Prozent deutlich unter den etwa 25 Prozent liegen, die Unternehmen in den OECD-Industriestaaten durchschnittlich auf ihre Gewinne zahlen.

“Jede neue Bundesregierung muss sich diesem verschärften internationalen Wettbewerb stellen”, forderte Lang. “Eine umfassende Reform des unzeitgemäßen Außensteuerrechts wird durch die US-Steuersatzsenkung, welche die USA aus deutscher Sicht zum Niedrigsteuerland macht, umso dringlicher.”

Der US-Senat hat am Mittwochmorgen die größte Steuerreform seit mehr als 30 Jahren abgesegnet. Das Prestige-Projekt von Präsident Donald Trump muss allerdings eine letzte Hürde nehmen, bevor es in Kraft tritt: Wegen verfahrenstechnischer Probleme ist eine erneute Abstimmung im Repräsentantenhaus nötig. Republikanische Politiker sahen dies aber als Formsache an, da sie über eine komfortable Mehrheit verfügen.

Quelle: Reuters