Experten: Neue US-Sanktionen werden Moskau von Energie- und Waffenmärkten verdrängen

Die Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Russland gilt als sicher. Demnach werden vor allem die Energie- und die Rüstungssparte betroffen – also jene Bereiche, wo russisches Großkapital steckt, das zum Teil auch im Ausland untergebracht ist, meint der russische Experte Nikita Danjuk.

„Es gehe vor allem um den Energiebereich, wo Möglichkeiten Russlands den USA Sorgen bereiten. Denn Washington möchte die Ausfuhren eigener Energieträger, darunter auch von verflüssigtem Erdgas (LNG), nach Europa aufstocken“, fuhr der Vizedirektor des Instituts für Strategische Forschung und Prognosen der Moskauer Universität für Völkerfreundschaft fort.

Folglich würden Sanktionen in diesem Bereich verschärft. Das Wichtigste dabei ist, dass diese Restriktionen exterritorialen Charakter haben würden: Jedes Unternehmen, das in diesem Sektor mit Russland kooperiere, werde automatisch unter die Sanktionen fallen, sagte Danjuk.

Der Kreml weiß Bescheid, dass die Vereinigten Staaten ein neues Sanktionspaket planen. „Seit Ende Januar bereiten unsere amerikanischen Freunde neue Restriktionen gegen Russland vor“, sagte Wladimir Koschin, der für Probleme der militärtechnischen Kooperation zuständige Berater von Präsident Wladimir Putin. Dabei stufte er diese Maßnahmen als Instrument eines unlauteren Konkurrenzkampfes ein.

Zuvor hatte die Zeitung „Politico“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen im Weißen Haus berichtet, dass Präsident Donald Trump bereits antirussische Sanktionen wegen mutmaßlicher Verstöße Moskaus gegen den INF-Vertrag über den Abbau nuklearer Mittelstreckensysteme gebilligt hatte. Dennoch äußerte Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow die Hoffnung, dass die USA von neuen Sanktionen absehen werden.

Ein weiterer Bereich, wo die USA einschränkende Maßnahmen verhängen könnten, ist die Rüstungsindustrie. Auch der Experte Danjuk stufte die Pläne als Element der unfairen Konkurrenz auf den überaus wichtigen Waffenmärkten ein.

Die Amerikaner hatten in letzter Zeit ihre Positionen auf diesen Märkten spürbar eingebüßt. Insbesondere nach der erfolgreichen Operation der russischen Kräfte gegen die Terroristen in Syrien und der danach jäh gestiegenen Nachfrage nach russischer Kampftechnik. Die USA betrachten das als ein ernsthaftes Problem.

Quelle: Sputnik