Im Zuge einer grundlegenden Modernisierung sollen russische Korvetten des Projekts 1234 einem Zeitungsbericht zufolge effizientere Waffensysteme bekommen. Damit werden sie deutlich stärker. Ein Marineexperte lobt die Entscheidung und klärt über deren Hintergründe auf.
Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Donnerstag unter Berufung auf das russische Marinekommando berichtet, werden kleine Raketenschiffe des Projekts 1234 Owod (dt. „Dasselfliege“) derzeit grundlegend modernisiert, indem sie effizientere Triebwerke und Waffen bekommen sollen. Im Westen werden diese Schiffe als Korvetten eingestuft. Bereits im kommenden Jahr sollen zwei modernisierte „Dasselfliegen“ an die russische Pazifikflotte geliefert werden, ein weiteres geht an die Schwarzmeerflotte.
Um die veralteten Seezielflugkörper P-120 zu ersetzen, werden Startvorrichtungen des Typs Uran (dt. „Uranos“) für Kh-35-Raketen installiert. Diese sind dafür geeignet, mittelgroße Kriegsschiffe zu bekämpfen. Die Kh-35 ist relativ klein und billig, dabei aber stark. Jede Korvette soll nun bis zu 16 Seezielflugkörper mitführen – anstatt der bisherigen sechs.
Das Flugabwehrsystem Ossa-M soll auch modernisiert werden. Es lässt sich nicht nur gegen Fluggeräte in einer Höhe von bis zu 5.000 Metern einsetzen, sondern auch gegen kleinere Überwasserziele.
Außerdem bekommen die Korvetten im Zuge der Modernisierung Feuerleitsysteme des Typs Bagira. Damit soll der Einsatz der Schiffsgeschütze optimiert werden, um Ziele im automatischen Modus und mit einem möglichst geringen Munitionsverbrauch zu treffen.
Der russische Marineexperte Dmitri Boltenkow hält die Modernisierung der „Dasselfliegen“ für eine völlig gerechtfertigte Entscheidung. Er sagte dem Blatt: „Das sind wohlgeratene Schiffe. Sie gefallen den Seeleuten, brauchen aber moderne Waffen. Die Malachit-Raketen sind längst veraltet, die Uran-Systeme dagegen modern und weitreichend. Unsere Industrie hat schon Modernisierungserfahrungen mit Schiffen dieses Projekts für Algerien. Das Schema ist eingefahren.“
Boltenkow vermutete, dass die modernisierten „Dasselfliegen“ nicht nur die russische Küste schützen, sondern auch etwa im Mittelmeer operieren könnten. Generell sagte der Experte: „Eigentlich ist das ein gut bewaffnetes Raketenboot, das nach der Modernisierung in der Lage sein wird, auch Ziele an Land ins Visier zu nehmen.“
Insgesamt stehen mehr als ein Dutzend „Dasselfliegen“ derzeit den russischen Streitkräften zur Verfügung, darunter im Pazifik, in der Ostsee, im Schwarzen Meer und im Norden. Alle davon sollen modernisiert werden.
Quelle: Sputnik