Contra Magazin: Die Union will mehr Soldaten nach Afghanistan schicken

Aus den Reihen der Union kommen Aufforderungen zur Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan, berichtet das Contra Magazin heute.

via Contra Magazin

Geht es nach den Unionsparteien, sollen noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan gehen. Offiziell geht es darum, die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte sicherzustellen, doch die Entwicklungen der letzten 16 Jahre zeigen eindrücklich, dass die ganze Afghanistan-Mission gescheitert ist.

Vor allem der verteidigungspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Henning Otte, und der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, gelten hierbei als Vorreiter, wie sie dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» eindrücklich beweisen.

«Die Hauptaufgabe liegt in der Ausbildung von afghanischen Sicherheitskräften. Die deutschen Ausbildungsteams könnten noch mehr ausbilden, wenn wir die Anzahl der Schutzkontingente für die deutschen Ausbilder erhöhen würden», so Otte. «Die Sicherheit für unsere Soldaten muss Priorität haben und kann am besten durch deutsche Soldaten selbst gewährleistet werden. Für diesen Zweck wäre eine Aufstockung des deutschen Kontingents gerechtfertigt. Das größte Vertrauen habe ich nun einmal in unsere eigenen Leute.»

Hardt vertraut vor allem der NATO: «Gemeinsam mit unseren Partnern in der Nato und der afghanischen Regierung müssen wir festlegen, mit welchen Kräften und Fähigkeiten wir dem Einsatz und den Stabilisierungsbemühungen am besten zum Erfolg verhelfen können», sagte Hardt. «Wenn hierzu eine verhältnismäßige Aufstockung auch deutscher Truppen hilfreich ist, sollten wir als Bundestag unsere Unterstützung signalisieren.»

Anlass der Debatte um eine Truppenaufstockung ist der Afghanistan-Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu Wochenbeginn. Allerdings hatten bereits die USA und die NATO-Oberen mehr Soldaten aus Deutschland und den anderen NATO-Ländern für Afghanistan eingefordert.