Nato-Länder einigen sich über „Militär-Schengen“

In den europäischen Grenzen der Nordatlantikallianz soll eine Art „militärischer Schengen-Raum“ geschaffen werden. Darüber haben sich in Brüssel die Verteidigungsminister der Nato-Mitgliedsländer geeinigt, wie die Medien unter Verweis auf eine militärdiplomatische Quelle in der belgischen Hauptstadt berichten.

Die Verteidigungsminister des Bündnisses hatten diesen Vorschlag zuvor bei ihrem Treffen in Brüssel erörtert. Die Minister billigten die Einrichtung eines Führungszentrums zur Gewährleistung von Truppenverlegungen innerhalb Europas.

Als Erster hatte der frühere Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Generalleutnant Ben Hodges, diese Idee geäußert. Er meinte, dass sich die Truppen des Bündnisses mit ihrer Militärtechnik auf dem Kontinent „ebenso schnell wie auch die Einwanderer“ bewegen müssten können.

Wie Hodges sagte, sei der Erhalt von Genehmigungen für die Verlegung von Truppen und ihrer Militärtechnik „in mehreren Ländern ein erstaunlich komplizierter Prozess“. Zum Beispiel erfordere eine Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach Polen eine fünftägige Benachrichtigungsfrist.

Der Vorschlag des amerikanischen Generals wurde später von mehreren Ländern unterstützt, darunter von Litauen, Estland und den Niederlanden.

Die Beobachter verwiesen dabei auf eine ganze Reihe von Infrastruktur-Problemen für die Truppenverlegung: So könnten die Straßen und Brücken in den EU-Ländern potentiell nicht das Gewicht der schweren Militärtechnik tragen und von ihr befahren werden, die Tunnel seien nicht hoch genug, auch die Start- und Landepisten seien nicht für die Bedienung von Militärflugzeugen bestimmt.

Quelle: Sputnik