Russische Kampfjets Su-57 fünfter Generation werden in absehbarer Zeit mit Radaren ausgestattet, die die Lage rund um die Maschine beobachten können, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.
Die Antennen der Radaranlage N036 „Belka“ wird es jetzt nicht nur an der Nase des Flugzeugs, sondern auch in anderen Bereichen geben.
Traditionell werden Radarantennen in die Nase des Flugzeugs eingebaut, so dass der Pilot eine 180-Grad-Sicht bekommt. Falls sich ein Gegner jedoch seitlich oder hinter der Maschine befindet, bleibt er unsichtbar.
Im Forschungsinstitut für Anlagenbau „Viktor Tichomirow“, das zur Rüstungsholding Almas-Antei gehört, sagte man, dass bei den jüngsten Flugtests die angekündigten Fähigkeiten der Radarstation N036 bestätigt worden seien, so dass der russische Kampfjet fünfter Generation allen Gegnern, auch den US-Flugzeugen fünfter Generation (F-22 und F-35) in dieser Hinsicht überlegen sei.
„Die technischen Möglichkeiten des Radars wurden beim Scannen des Luftraums und des Bodens bestätigt“, so der Generaldirektor des Forschungsinstituts „Tichomirow“, Juri Bely. „Wir hatten die Mängel der früheren Modelle berücksichtigt und die neuesten technischen Errungenschaften angewandt.“
Der „Belka“-Radar wurde nach der AESA-Technologie (Active Electronically Scanned Array) entwickelt. Diese Konstruktion besteht aus mehreren Hundert kleineren Elementen, die Signale selbständig empfangen und senden. Ein solches System ist in der Nase der Su-57 untergebracht, weitere zwei in den Vorflügeln. Insgesamt sieht die Su-57-Konstruktion sechs Radarsysteme vor, aber ihre genaue Konfiguration bleibt unbekannt.
Im Vergleich zu traditionellen Radaren haben AESA-Anlagen eine größere Reichweite und geben den Piloten ausführlichere Informationen über Luft- und Bodenziele. Auch sind sie besser gegen Funkstörungen geschützt.
Der Militärexperte Alexej Leonkow erläuterte, dass Su-57-Piloten perspektivisch eine 360-Grad-Sicht rund um das Flugzeug herum haben werden. „Heutzutage, wenn Flugzeuge sowohl von Luftabwehrkräften als auch von Kampfjets des Gegners attackiert werden, ist die 360-Grad-Sicht ein großer Vorteil. Auf Su-57-Maschinen sind die Radarkomponenten höchstwahrscheinlich im vorderen Teil des Flügels, im oberen und unteren Teil des Rumpfes sowie im Heckteil eingebaut. Der Einsatz von Antennen, die in verschiedenen Arbeitsbereichen funktionieren, wird alle Stealth-Fähigkeiten der F-22- und F-35-Flugzeuge zunichtemachen“, so der Experte.
Das T-50-Modell (Prototyp der Su-57) war zum ersten Mal am 29. Januar 2010 abgehoben. Die Flugtests der AESA-Radaranlagen dauern seit 2012. Voraussichtlich werden Su-57-Kampfjets (die das Model Su-27 ablösen sollen) 2019 in die Bewaffnung der russischen Fliegerkräfte aufgenommen.
Quelle: Sputnik