USA rechnen trotz Kims Schweigen mit Nordkorea-Gipfel

Die USA rechnen trotz des Schweigens Nordkoreas mit dem anvisierten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un.

“Das Angebot wurde gemacht, und wir haben es akzeptiert”, sagte Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders am späten Montag. US-Außenminister Rex Tillerson sprach sich für eine Begegnung an einem neutralen Ort aus. Im Gespräch sind unter anderem die Schweiz und Schweden.

Japan dringt darauf, neben der Abrüstung auch über den Verbleib mutmaßlich Hunderter von Nordkorea entführter Japaner zu sprechen. Die Führung in Pjöngjang hat sich bislang nicht zu dem Gipfel geäußert.

Eine südkoreanische Delegation hatte vergangene Woche nach einem Nordkorea-Besuch erklärt, Kim habe den Wunsch geäußert, Trump zu treffen. Der US-Präsident hatte zugesagt; bisher gibt es jedoch keine Erklärung aus Pjöngjang. Nordkoreanische Staatsmedien hatten zwar über den Besuch der Delegation aus dem Süden berichtet, aber nicht über Details. Damit bleibt unklar, wann und wo das Treffen mit Trump stattfinden könnte. Südkoreas Sondergesandter Chung Eui Yong hatte von einem Termin im Mai gesprochen. Im April soll im Grenzort Panmunjom bereits ein Treffen von Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In stattfinden.

Bisher habe das nordkoreanischen Regime keine offizielle Erklärung zu dem Treffen zwischen Kim und Trump übersandt, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums.“Ich denke, sie behandeln die Sache mit Vorsicht und benötigen Zeit, um ihre Position zu klären.” Tillerson sagte, es müssten einige Schritte gemacht werden, um den Ort und die Inhalte des Treffens festzulegen:“Bisher haben wir nichts von Nordkorea gehört, aber wir erwarten eine direkte Nachricht von dort.”

Neben der Schweiz oder Schweden könnte der Gipfel auch in Panmunjom oder an einem anderen Ort in Asien stattfinden. Kim hat allerdings, soweit öffentlich bekannt, seit seinem Amtsantritt 2011 sein Land nicht verlassen. Frühere Treffen zwischen Vertretern der USA und Nordkoreas fanden in der Hauptstadt Pjöngjang statt, so eine Begegnung der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright mit Kims Vater Kim Jong Il.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, er denke nicht, dass Kim den Gipfel nutzen wolle, um sich Zeit für sein Atom- und Raketenprogramm zu kaufen. Kernanliegen Japans sei neben der Atom-Abrüstung Nordkoreas eine Lösung des Streits über die Entführung japanischer Staatsbürger.“Nordkorea muss seinen Worten Taten folgen lassen”, forderte er. Nordkorea hatte 2002 die Entführung von 13 Japanern in den 1970er und 1980er Jahren zugegeben, um diese als Spione auszubilden und zurückzuschicken. Japan vermutet, dass noch Hunderte weitere entführt wurden.

Quelle: Reuters