Die brutale Ermordung der 85-jährigen Mireille Knoll in Paris sorgt international für Entsetzen. Die Holocaust-Überlebende ist nach Auffassung der Polizei Opfer eines antisemitisch motivierten Angriffs geworden. Die Frau war letzte Woche erstochen in ihrer ausgebrannten Wohnung gefunden worden. Von dem gestrigen Trauermarsch in der französischen Hauptstadt wurden die politischen Anführer am linken und rechten Rand, Jean-Luc Melenchon und Marine Le Pen, ausgeschlossen.
Zwar hatte der Sohn des Opfers gesagt, dass der Marsch offen für alle sei, aber der Ausbruch von Raufereien und laute Buhrufe zwangen die beiden Galionsfiguren der politischen Ränder Frankreichs dazu, den Marsch wieder zu verlassen. Auch der CRIF (Conseil Representatif des Institution Juives de France), eine Dachorganisation der französischen Juden, bat Melenchon und Le Pen darum, nicht am Marsch teilzunehmen. CRIF-Direktor Francis Kalifat wurde in einem Interview zitiert, dass Antisemitismus in den Extremen der französischen Politik überrepräsentiert sei. Es wurden zwei Verdächtige festgenommen, darunter der muslimische Nachbar des Opfers.