Die Erklärungen der Nato über Dialogbereitschaft, wobei zugleich russische Diplomaten ausgewiesen werden, betrachtet Moskau als ein absurdes Theater, wie am Dienstag Russlands Vize-Außenminister Alexander Gruschko erklärte.
Er hob hervor, dass die Handlungen der Allianz zur Ausweisung von Mitarbeitern der ständigen Vertretung Russlands „bereits jenen zahllosen Erklärungen widersprechen“, die der Generalsekretär und andere Vertreter der Nato abgegeben haben, worin es hieß, dass die Organisation am politischen Dialog mit Russland, an der Verhinderung gefährlicher militärischer Zwischenfälle und an der Einberufung einer Sitzung des Russland-Nato-Rates interessiert sei.
„Das ist ein absurdes Theater“, stellte Gruschko fest. Zudem habe der Westen in seinem Militäraufbau an Russlands Grenzen „die rote Linie“ überschritten.
„Die Nato-Länder versuchen, eine gewisse Balance zwischen Verteidigung und Dialog zu finden. Doch sie haben die rote Linie überschritten. Die Situation entlang unserer Grenzen hat sich heute ernsthaft verändert, und faktisch greift die Nato nicht nur in der Politik, sondern auch in der Sphäre ihres Militäraufbaus zu Schemata des Kalten Krieges, die in der Vergangenheit bleiben sollten und die die Sicherheit heute nicht gewährleisten können“, stellte Gruschko bei einem Pressegespräch am Rande des Diskussionsklubs „Valdai“ fest.
Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte zuvor mitgeteilt, dass in der Reaktion auf den „Fall Skripal“ sieben Mitarbeitern der russischen ständigen Vertretung bei der Allianz die Akkreditierung aberkannt und weiteren drei Personen die Akkreditierung verweigert werde. Somit sinke die Zahl der Mitarbeiter der russischen Vertretung bis auf 20 Personen.
Wie eine Quelle im russischen Außenministerium erklärte, werde Moskau unbedingt auf die Reduzierung der Zahl seiner Mitarbeiter der ständigen Vertretung Russlands bei der Nato reagieren. Ihm zufolge „schmälert dieser Schritt der Nato stark die Möglichkeiten für die Aufnahme eines solchen Dialogs (zwischen Moskau und der Allianz – Anm. d. Red.), der unter der gegenwärtigen komplizierten Sicherheitslage in Europa jetzt so akut notwendig ist“.
Quelle: Sputnik