Zusammenstöße zwischen Migranten und Polizei auf Lesbos – Dutzende Verletzte

In der Nacht zum Montag ist es in der Hauptstadt der griechischen Insel Lesbos, Mytilini, zu Ausschreitungen zwischen Rechtsextremisten, Migranten und Polizisten gekommen. Das berichtete die griechische Nachrichtenagentur AMNA.

Die Flüchtlinge und Migranten, meistens Afghanen, hätten seit Mittwoch den zentralen Sappho-Platz in Mytilini besetzt und gefordert, ihre Lebensbedingungen zu verbessern sowie sie auf das griechische Festland und in andere europäische Länder zu bringen, teilte AMNA mit.

Am Sonntagabend hatten ungefähr 200 junge, überwiegend rechtsextremist isch orientierte Personen die Migranten angegriffen und erklärt, die Ankunft der Flüchtlinge hätte das Leben auf der Insel unerträglich gemacht. Zuvor hatten die jungen Leute an einer Kundgebung zur Unterstützung der beiden griechischen Soldaten, die seit dem 1. März in türkischer Haft sind, teilgenommen.

Die Rechtsextremisten skandierten: „Sie lebendig verbrennen!“ und bewarfen die Migranten mit Böllern, Steinen und Flaschen und beschossen sie mit Leuchtkugeln. Die Rechtsextremisten hätten ihre Anhänger von der ganzen Insel aufgerufen, nach Mytilini zu kommen, so die griechische Nachrichtenagentur.

Linke und anarchistische Gruppierungen sowie verschiedene Solidaritätsgruppen hätten sich für den Schutz der Migranten eingesetzt.

AMNA zufolge setzten Polizeieinheiten Tränengas ein, um die Krawalle zu stoppen. Nach fünf Uhr morgens hätten die Polizisten Busse zum Platz gefahren, die Migranten und Flüchtlinge binnen zehn Minuten in die Busse gesetzt und sie aus dem Stadtzentrum in das Lager von Moria abtransportiert. Bis zur letzten Minute hätten die Migranten sich geweigert, den Platz zu verlassen. Nach Angaben der lokalen Medien sollen 35 Menschen verletzt worden sein.

Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, erklärte, die griechische Regierung tue nichts, um die Lage zu verbessern. In den letzten Monaten sei der Zufluss von Migranten aus der Türkei stark angestiegen. Täglich würden Dutzende bis Hunderte Menschen nach Lesbos kommen, die Aufnahmeeinrichtungen für Migranten seien überfüllt.

„Momentan befinden sich 10.000 Asylbewerber auf Lesbos, wobei die Stadt selbst 27.000 Einwohner hat. Unsere Insel ist wieder zur Geisel geworden“, so Galinos.

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