Russlands Botschaft zu Londons Sicherheitsstrategie: „Gegen Interessen des Volkes“

Die russische Botschaft in London hat die britische Sicherheitsstrategie einer Kritik unterzogen. Laut einem Vertreter der Botschaft widersprechen einige Aspekte dieser Strategie den Interessen des britischen Volkes.

Zuvor hatte der Nationale Sicherheitsberater Großbritanniens, Mark Sedwill, die britische Reaktion auf den Vorfall in Salisbury als ein Beispiel für die Anwendung der neuen britischen Sicherheitsstrategie bezeichnet, die auch als „fusion doctrine“ bekannt ist.

Am Mittwoch sagte ein Vertreter der russischen Botschaft gegenüber Journalisten, in Sedwills Erklärung im Parlament sowie in seinem Brief an den Nato-Generalsekretär Jans Stoltenberg gebe es nichts außer allgemein bekannte Tatsachen und unbegründete Behauptungen unter Berufung auf Geheimdienste.

Die Vorwürfe gegen Russland würden auf Mutmaßungen basieren.

„Falls dies der Kern der ‚Fusion‘-Doktrin ist, sind wir davon überzeugt, dass diese Doktrin den wahren Interessen des britischen Volkes widerspricht. Statt der Stärkung der nationalen Sicherheit trägt diese das Risiko eiliger, unüberlegter Entscheidungen, die zum Schaden der Beziehungen Großbritanniens zu internationalen Partnern getroffen sind, sowie der Untergrabung der Autorität des Landes. Dies betrifft auch diese ‚Antwort auf Russlands Benehmen‘, die London gewählt hat: die Ausweisung von Diplomaten, und zwar von Leuten, deren Aufgabe es ist, die Beziehungen zu verbessern“, so der Vertreter der Botschaft.

In der Periode des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU brauche London ein gegenteiliges Vorgehen.

Der mutmaßliche Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Am 4. März dieses Jahres wurden Sergej und Julia Skripal im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden.

Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist immer noch unklar.

Die britische Seite behauptet, dass in die Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Untersuchung.

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