Die Ukraine muss laut dem Abgeordneten Alexander Kirsch („Volksfront“) nicht die Kreditauflagen des Internationalen Währungsfonds erfüllen, sondern im Gegenteil eine härtere Linie gegen die internationalen Gläubiger einschlagen und diese sogar „erpressen“.
Insbesondere die Forderung des IWF, die Gaspreise für private Haushalte zu erhöhen, hält Kirsch für nicht akzeptabel.
„Weil die Bevölkerung nicht mehr zahlen kann, sollten wir gegenüber dem IWF mit allem Ernst die Frage des Staatsbankrotts auftischen wie dies einst Griechenland tat“, sagte Kirsch in einem Interview für die Online-Zeitung „Obozrevatel“.
„Wir dürfen uns nicht davor fürchten, den IWF mit Staatsbankrott zu erpressen.“
Der Abgeordnete ist überzeugt: Eine solche Androhung würde die internationalen Gläubiger überzeugen, denn die Ukraine sei eine Barriere „zwischen dem Westen und der Ukraine.“
Die ukrainische Regierung hatte sich 2015 geweigert, einen fälligen russischen Kredit in Höhe von mehr als drei Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen. Im selben Jahr beschloss der Internationale Währungsfonds (IWF) für die finanziell schwer angeschlagene Ukraine ein Hilfsprogramm im Umfang von 17,5 Milliarden US-Dollar.
Eine der wichtigsten Kreditauflagen ist die Erhöhung der Gaspreise, die weit unter dem Markniveau liegen. Der IWF sieht in den niedrigen Tarifen die Ursache für Korruption und Gasverschwendung in der ehemaligen Sowjetrepublik.
Kiew erwartet von vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unterdessen weitere Finanzspritzen von insgesamt zwei Milliarden US-Dollar.