Die Verabschiedung eines neuen Gesetzes in Russland, laut dem russische Staatsbürger für die Beteiligung an US-Sanktionen gegen ihr Heimatland bestraft werden sollen, hat in der russischen Geschäftswelt und bei internationalen Vertretern für Wirbel gesorgt. Dies meldete die „Presse“.
Trotz der Hindernisse würden die Unternehmer weiterhin auf die Zusammenarbeit setzen – die Drohung neuer Strafmaßnahmen vonseiten der USA würden sie nur zu einer Annäherung an Moskau anspornen, so das Blatt.
Das neue russische Gesetz umfasst ein Strafmaß von umgerechnet 8000 Euro bis zu vier Jahren Haft. Über diese Tatsache zeigte sich die österreichische Wirtschaftsministerien, Margarete Schramböck, beunruhigt.
„Das bedeutet natürlich ein enormes Risiko für österreichische Unternehmen, die russische Mitarbeiter haben und die sich natürlich an die EU-Sanktionen halten“, äußerte Schramböck gegenüber der „Presse“. Denn circa 700 österreichische Unternehmen hätten Niederlassungen in Russland.
Die Firmen befinden sich laut der Zeitung nun in einer Zwickmühle: Halten sie sich an die Auflagen des Weißen Hauses, werden sie in Russland bestraft. Befolgen sie die Anweisungen des Kremls, werden sie im Westen geahndet.
Schramböck bekräftigte die österreichische Linie des „Dialogs und Brückenbauens“. Denn in einer Zeit, in der das amerikanische Staatsoberhaupt den Konflikt suche, müsse Europa umso mehr den Dialog mit anderen Wirtschaftspartnern wie Russland pflegen – denn in Österreich seien rund 40.000 Arbeitsplätze mit Russland-Geschäften verbunden.
Der russische Vizepremier, Dmitri Kosak, betonte, dass „die Bedingungen für österreichische Firmen in Russland immer besser werden“ und unterstrich die „eigenständige und ausgewogene Position Österreichs“, was die Sanktionen anbelangt.
Beim Wirtschaftsforum in Petersburg wurde erneut deutlich, dass die Geschäftsleute trotz der politischen Krise nach Wegen für eine Zusammenarbeit suchen. „Und es wurde abermals der Eindruck verstärkt, dass die USA mit der Androhung weiterer Sanktionen die Europäer eher zu einer Annäherung an Russland treiben, als sie davon abzuhalten“, so das Blatt.