Die ukrainische Polizei hat 56 Gegner des „Marsches der Gleichheit“ in Kiew festgenommen, die die Gay-Pride-Parade verhindern wollten. Es kam dabei zu Zusammenstößen mit den Ordnungshütern, fünf Beamte wurden laut der Webseite der ukrainischen Polizei verletzt.
Am Sonntag fand in Kiew ein Marsch zur Unterstützung der LGBT (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender)-Gemeinde statt. Der Marsch soll allerdings nur 20 Minuten gedauert haben.
Mehr als 150 Menschen versperrten am Sonntagmorgen nach Angaben der ukrainischen Polizei die Straße, über die die Demonstranten marschieren sollten. Als die Beamten sie aufgefordert hätten, den Ort zu verlassen, hätten sie sich geweigert.
„Anschließend haben die Ordnungshüter sie von der Straße weggedrängt, um Provokationen und mögliche Zusammenstöße zu vermeiden. Dabei wurden einige Männer, die Widerstand geleistet und Pfefferspray gegen Polizisten eingesetzt haben, festgenommen“, hieß es.
Bei den Zusammenstößen seien 28 Personen festgenommen worden. Fünf Polizisten erlitten Verletzungen. Ein Strafverfahren sei eingeleitet worden.
Später wurde bekannt, dass es vor dem Hotel „Opera“ in Kiew ebenfalls zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und den Teilnehmern des Gay-Pride-Marsches gekommen sei. Weitere 20 Menschen sollen dort von der Polizei festgenommen worden sein.
Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 56 Personen in Gewahrsam genommen.
Die Menschenrechtsbeauftragte der Ukraine, Ljudmila Denissowa, hatte zuvor die Polizei und die Kiewer Führung gebeten, die Sicherheit bei der Parade zu gewährleisten. Seit Samstag gelten in Kiew wegen des Marsches verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.