Die Regierung in Washington wirft Peking vor, im Ostchinesischen Meer mit Lasern auf US-Piloten zu zielen, um diesen die Sicht zu nehmen. Zu Unfällen kam es bislang nicht. In Afrika gab es ähnliche Vorwürfe gegen China. Dies zeige dessen «Aggressivität».
Allein in den letzten Monaten sollen mehr als 20 Mal US-amerikanische Kampfpiloten von chinesischen Lasern geblendet worden sein, als diese über das Ostchinesische Meer flogen. Die Laser waren demnach auf Fischerbooten und an Land befestigt. Diese neue Form der «Aggression Chinas» habe im letzten September begonnen. In Aviation Week behauptet ein Vertreter der US-Marine, dass chinesische Fischerboote in den Gewässern wie eine Art Miliz operierten, um die Kontrolle über das Süd- und Ostchinesische Meer zu erlangen.
Für die USA geht es um die freie Durchfahrt hinsichtlich wichtiger Seefahrtsrouten für den Welthandel und unerschlossene Rohstoffe. Die Volksrepublik China und Japan erheben Besitzansprüche auf Inseln, die im Chinesischen Diaoyu und im Japanischen Senkaku genannt werden. Die Regierung in Peking begründet ihre Ansprüche mit historischen Argumenten. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Vorfällen am Rande einer Eskalation zwischen der VR China und Japan, wobei auch die USA mitmischen sollen.
429 gemeldete Fälle von Laserangriffen in Deutschland
Angriffe auf Piloten mit Lasern sind ein weltweites Problem. Auch Mitarbeiter der Control Towers auf Flughäfen in Deutschland wurden schon mehrfach Opfer von Laserangriffen. Während des G20-Gipfels soll ein 27-Jähriger mit einem Laserpointer in einen Polizeihubschrauber geleuchtet haben, der in 400 Metern Höhe flog. Dafür erhielt der Mann sechs Monate auf Bewährung wegen Schaffung eines «unkalkulierbaren Risikos». Geblendet worden war der Pilot nicht und der Flug des Hubschraubers wurde nicht beeinträchtigt. Der Fall führte zu einer Diskussion, die Verteidigung sprach davon, dass der falsche Mann verurteilt worden wäre. In Deutschland gab es allein im Jahr 2017 nicht weniger als 429 gemeldete Laserangriffe auf Piloten. Für die Luftfahrtunternehmen besteht bezüglich solcher Vorfälle Meldepflicht bei den Behörden.
Chinesisches Außenministerium spricht von Unwahrheiten
Vorwürfe dieser Art gegen China vonseiten der USA sind nicht neu. Auch im afrikanischen Dschibuti sollen chinesische Laser in diesem Jahr US-Piloten die Sicht geraubt haben. In dem Land unterhält Peking erst jüngst eröffnete Militärstützpunkte.
Dana White, Pentagon-Sprecherin, erklärt dazu:
Die Piloten kamen mit leichten Verletzungen davon. Derartige Aktivitäten gefährden unsere Militärpiloten. Wir bezeichnen diesen Zwischenfall als überaus ernsthaft.
Peking weist die Vorwürfe zurück. Aus dem chinesischen Außenministerium hieß es hierzu:
Dem, was wir von den zuständigen Behörden erfahren haben, zufolge entbehren die Anschuldigungen in den einschlägigen US-Medien jedweder Grundlage und sind ausschließlich erfunden. […] Die betreffenden US-Personen seien dazu ermahnt, die Wahrhaftigkeit dessen zu beachten, was sie sagen, und nicht vorschnell zu spekulieren oder Vorwürfe zu machen.