Nach den Waldbränden in Griechenland hat man Zweifel am Krisenmanagement

 

Premier Tsipras und seine Minister waren möglicherweise nicht im Bild über das Ausmaß der Brandkatastrophe.

Die griechische Regierung sieht sich nach der schwersten Brandkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten drängenden Fragen ausgesetzt. Neue Details zum Ablauf des Brands in Ferienorten östlich von Athen, die am Wochenende bekannt wurden, werfen Zweifel auf, ob Premier Alexis Tsipras zunächst vom tatsächlichen Ausmaß der Katastrophe in Kenntnis gesetzt worden war. Politische Kommentatoren insinuierten gar, der Regierungschef hätte der Öffentlichkeit am Abend des Desasters bewusst verschwiegen, dass es Tote gab.

Die ersten Opfer sind am Sonntag bestattet worden, auf Wunsch der Angehörigen ohne öffentliche Teilnahme. 88 Leichen wurden bisher nach den Waldbränden in der Nähe von Marathon am Montag vergangener Woche geborgen.

Tsipras war an jenem Abend wegen der Brände früher von einer Auslandsreise nach Athen zurückgekehrt. Im Krisenzentrum der griechischen Feuerwehr ließ er sich dann kurz vor Mitternacht bei laufenden Kameras von Ministern und Sicherheitskräften über den Stand der Brandbekämpfungen westlich und östlich der Hauptstadt unterrichten. Dass dabei Menschen ums Leben kamen, erfuhren die Fernsehzuschauer nicht.