Am 5. November hat die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf “Quellen vor Ort” berichtet, daß die Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) ein Abkommen mit dem ISIS zur Freilassung von 7 in der Provinz Deit ez-Zor von den Terroristen im September gefangen genommenen Soldaten der Vereinigten Staaten (VS) geschlossen hat.
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Laut dem Bericht, hatten die Verhandlungen in diesem Fall am 28. September begonnen. Der ISIS hatte die YPG, die auch unter der von den VS geschaffenen Bezeichnung Demokratische Kräfte Syriens bekannt sind, dazu gedrängt, sich aus einigen an Erdöl reichen Regionen in Azraq zurückzuziehen und die Lieferung von medizinischen Hilfsgütern und Lebensmitteln in die vom ISIS gehaltene Region zu erlauben.
Die YPG hat sich daraufhin von einigen zurückgezogen und der ISIS hat die VS-Soldaten befreit, jedoch hat, laut der Nachrichtenagentur Anadolu, die Lieferung von medizinischen Hilfsgütern und Lebensmitteln bisher nicht stattgefunden.
Interessanterweise ist der Bericht über eine andere Vereinbarung zwischen der von den VS geführten Koalition und dem ISIS, die möglich wurde, nachdem die Koalition und ihre Stellvertreter über mehrere Monate jegliche Bemühungen vermieden haben, den ISIS im Euphrat-Tal zu eliminieren, inmitten der erneuten Expansion des ISIS in dieser Region erschienen.
VS-Oberst Sean Ryan, ein Sprecher der von den VS geführten internationalen Koalition, hat bestritten, daß der ISIS sieben VS-Soldaten gefangengenommen hatte. Er behauptete weiterhin, daß die von den VS geführte Koalition “an keinem Abkommen mit dem ISIS beteiligt ist.” Vermutlich ist der Abzug von großen Teilen des ISIS aus den Städten Manbij, al-Tabqah und Raqqah in den Jahren 2016 und 2017 von der Koalition schlicht nicht wahrgenommen worden. Oder vielleicht hat der VS-Geheimdienst bewaffnete, maskierte Männer mit schwarzen Flaggen versehentlich für demokratische Aktivisten gehalten. Das würde erklären, warum die CIA die al-Qaida und mit der a-Qaida verbündete, in Syrien operierende Gruppen mit Waffen versorgt hat. Sie hat dabei einfach die oben erwähnten Hinweise auf Gruppen, die eine säkulare Demokratie in dem Land errichten wollen, verwendet.
Tatsächlich besteht das Problem mit Oberst Ryans Erklärung darin, daß sie früheren Stellungnahmen des Pentagons widerspricht. So hat, beispielsweise, der Pentagon-Sprecher, Eric Pahon, im Oktober 2017 offiziell bestätigt, daß dem ISIS erlaubt worden war sich aus Raqqah zurückzuziehen.
Während sowohl die von den VS geführte Koalition als auch die Regierung in Damaskus taktische Abkommen mit dem ISIS, zur Vermeidung weiterer ziviler Opfer abgeschlossen hat, wird die hinterlistige und unehrenhafte Haltung der Führung der VS bezüglich des Konflikts in dieser Hinsicht zu einem Hauptkritikpunkt. Während Washington, zur Erreichung seiner eigenen diplomatischen und militärischen Ziele, der Hauptakteur bei der Aufdeckung zahlreicher Terrorgruppen, einschließlich des ISIS, zu sein schien, findet die VS-amerikanische Führung Zeit für farbenfrohe Phrasen über Demokratie, zivile Opfer und den Krieg gegen den Terror.
Text: SouthFront