Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko hat sich gestern in der russischen Botschaft in Berlin zu dem Marine-Zusammenstoß an der Straße von Kertsch letzten Sonntag geäußert. Er sagte, dass es für jeden offensichtlich und völlig klar sei, dass die Ukraine den Zusammenstoß mit russischen Grenzschutzbeamten geplant und gezielt provoziert habe. „Das kann man nicht anders beurteilen“, hielt er fest.
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Gruschko fügte auf einer Pressekonferenz hinzu, dass ukrainischen Schiffen zuvor ein sicherer Transit durch die Kertsch-Straße ohne Probleme angeboten worden sei. «Der Prozess der Sicherheitskontrollen ist für alle Schiffe gleich, nicht nur für die ukrainischen, sondern auch für die russischen und ausländischen.
Was passierte, war eine Provokation. Aufgrund der ideologischen Position, die sie [der Westen] eingenommen haben, können sie anscheinend keine direkte Schuldzuweisung machen. Deshalb sind die Appelle zur Deeskalation teilweise ein Versuch, den Appell an Kiew und nicht an uns zu verschleiern», sagte Gruschko. «Die Tatsache, dass das Kriegsrecht unmittelbar nach dem Vorfall eingeführt wurde, zeigt, dass alles so berechnet wurde.
Es ist klar, dass dies mit den Zustimmungswerten von Poroschenko und den bevorstehenden Wahlen zu tun hat», schlussfolgerte der stellvertretende Außenminister. Die Ukraine und auch EU-Vertreter sprachen davon, dass sich der Vorfall im Asowschen Meer ereignet hatte. Russland betonte mehrfach, dass dies falsch ist und sich der Vorfall im Schwarzen Meer nahe der Meerenge von Kertsch ereignete.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko forderte die Europäische Union (EU) und die NATO zum Beistand auf und erklärte, dass er einen großen Krieg mit Russland fürchte. Der russische Präsident Putin, der „sich selbst als eine Art Zar sehe“ wolle die ganze Ukraine, um sie für sein „russisches Reich“ zu kolonialisieren, erklärte er der BILD-Zeitung. Er sprach auch gezielt Deutschland und die Bundeskanzlerin an, von der er Beistand erwarte.
Er forderte, dass die NATO Kriegsschiffe ins Asowsche Meer entsenden und sofort weitere Sanktionen eingeführt werden sollten. Die EU hat sich allerdings vorerst gegen weitere Russland-Sanktionen ausgesprochen, wie aus einer Erklärung der hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik hervorgeht. Auch das könnte man dementsprechend deuten. Offenbar glaubt man der ukrainischen Version auch nicht ganz in der EU.