Wenige Stunden vor neuen Massenprotesten der sogenannten «Gelbwesten» in Frankreich sind 34 Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden. Es handle sich meist um Verdächtige im Alter von zirka 30 Jahren, die aus dem Umland nach Paris gereist seien.
Dies sagte eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, der Nachrichtenagentur AFP. Die Festgenommenen trugen Masken, Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich.
In Frankreich wird am Samstag mit schweren Ausschreitungen bei den Protesten der «Gelbwesten» gerechnet, insbesondere in der Hauptstadt. Die Regierung hat landesweit 89’000 Sicherheitskräfte mobilisiert, in Paris sind es 8000. Das sind rund ein Drittel mehr als am vergangenen Samstag, als bürgerkriegsähnliche Bilder um die Welt gingen. Einzelne Aktivisten rufen zur Einnahme des Elysée-Palasts auf, des Amtssitzes von Präsident Emmanuel Macron.
Pariser Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre sowie zahlreiche Geschäfte bleiben aus Furcht vor Chaos und Plünderungen geschlossen. Zudem bleiben 36 Stationen der U-Bahn und der Vorortbahnen RER geschlossen. Rund 50 Buslinien wurden unterbrochen oder umgeleitet.
Damit die Demonstranten keine Mittel für Barrikaden oder «Waffen» finden, wurden in Paris Bauabschrankungen und dergleichen weggeräumt.
Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus.
Festnahmen
Wenige Stunden vor Massenprotesten der sogenannten Gelbwesten sind in Paris 278 Personen festgenommen worden. Viele der Personen haben sich offenbar Gruppen angeschlossen, die «Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen» vorbereitet haben.
Das bestätigte die Polizei der Nachrichtenagentur dpa. Eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, sagte zuvor der Nachrichtenagentur AFP, dass einige der Festgenommenen Masken getragen sowie Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich gehabt hätten.