Merkels gefährliche Flugpanne: Lufthansa weist Vorwürfe zurück

 

Was Ende November nach einer einfachen Sicherheitslandung ausgesehen hatte, war offenbar doch gefährlicher als ursprünglich angenommen: Beim geplanten Flug zum G-20-Gipfel in Buenos Aires, den die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende November abbrechen musste, ist eine ganze Reihe von technischen Fehlern aufgetreten. Das belegt offenbar ein Bericht der Bundeswehr.

Der «Spiegel» zitierte am Stefanitag online aus dem Bericht, in dem die Bundeswehr auch nicht mit Kritik an der deutschen Lufthansa spart. Deren Tochter Lufthansa Technik ist für die Wartung des Regierungs-Airbus-A340 zuständig. Das Luftfahrt-Unternehmen hat mittlerweile regiert und eigene Fehler bestritten.

Klar ist nach dem Bericht jedenfalls, dass es beim abgebrochenen Flug nicht zu einem, sondern zu einer ganzen Reihe an Gefahrenmomenten gekommen ist: Zunächst fiel demnach gleich nach dem Start ein Teil der Bordelektronik aus, weil es an einem Gleichrichter (einem Gerät, das Wechsel- in Gleichstrom umwandelt) eine defekte Lötstelle gegeben habe. Anschließend sei zwar ein Ersatz-System angesprungen, dieses habe sich wegen einer ganzen Serie an defekten Umschlatrelais aber nach 70 Sekunden wieder deaktiviert.

Und damit begann laut dem «Spiegel»-Bericht erst jene Serie an Ereignissen, wegen derer der Defekt als Vorfall der Kategorie C – «erhebliche Vorfälle» klassifiziert worden sei: Wegen des Stromausfalls war nämlich nicht nur der Funkkontakt zum Boden abgerissen, sondern auch das System zum Ablassen von Sprit außer Gefecht. Die Maschine, deren Piloten erst nach einiger Zeit via Satellitentelefon Kontakt zum Boden aufnehmen konnten, musste später vollgetankt landen – was ohnehin als riskant gilt, sich im konkreten Fall aber als besonders problematisch erwies, weil wegen Bauarbeiten nur die kürzere von zwei Landebahnen am Flughafen Köln in Betrieb war.