Australischer Kardinal wegen Kindesmissbrauch für sechs Jahre Haft verurteilt

Der australische Kardinal George Pell muss wegen Kindesmissbrauchs sechs Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Melbourne gab das Strafmaß gegen den 77-Jährigen bekannt.

Der frühere Finanzchef des Vatikan und enge Papst-Vertraute hat sich in den 90er Jahren an zwei minderjährigen Chorknaben vergangen. Er war damals Erzbischof von Melbourne.

Pell werde nicht zum Sündenbock für tatsächliche oder vermeintliche Fehler der katholischen Kirche, sondern nur für seine eigenen Verbrechen gemacht, so Kidd weiter. Der Kardinal bestreitet die Vorwürfe und will gegen den Schuldspruch vorgehen.

Opferverbände begrüßten das Urteil, kritisierten es aber als zu mild. Pells Alter und dass er keine Vorstrafen hatte, wurde von der Justiz als strafmindern gewertet. Der Australier ist der bislang ranghöchste katholische Geistliche, der wegen Kindesmissbrauchs belangt wurde.