US-Sanktionen beeinflussen deutsch-iranischen Handel kaum

Der Vorsitzende der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer hat die Handelsbeziehungen beider Länder als alt und äußerst stark bezeichnet und erklärt, dass das anti-iranische Verhalten der USA keinen großen Einfluss auf diese Beziehungen haben dürfte. Das berichtet die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

Michael Tukas hat am heutigen Donnerstag bei einem Exklusiv-Interview mit der IRNA gesagt, dass die amerikanischen Drohungen gegen Iran stark übertrieben bewertet würden, und die deutschen Unternehmen mehr denn je auf die Nutzung des speziellen Finanzkanals -INSTEX warteten.

Der INSTEX-Finanzkanal wurde am 31. Januar 2019 durch Deutschland, Frankreich und England geschaffen, um den Handel zwischen Europa und Iran auf Nicht-Dollar-Basis zu erleichtern.

Bezüglich der US-Entscheidung, die Ausnahmegenehmigungen für iranische Ölkunden nicht mehr zu verlängern, sagte Michael Tukas, dass nicht sicher sei, dass die aus Iran Erdöl importierenden Länder ihre Raffinerien, zumindest aus technischen Gründen, schnell an anderes Öl anpassen könnten.

Er nannte diesen neuen US-Beschluss als Beispiel für das Verhalten der USA, mit niemandem seine Entscheidungen abzusprechen und sagte, dass keine internationale Organisation diese US-Entscheidung unterstütze.

Speziell bezüglich des Handels zwischen Berlin und Teheran sagte er: «Der Handel zwischen Iran und Deutschland ist auffallend stark. Trotz des Drucks der USA hatten wir im vergangenen Jahr nur einen 9-prozentigen Rückgang unseres Iran-Exports, was nicht sehr viel ist.»

Der Vorsitzende der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer hat den bilateralen Handelsaustausch mit 200 bis 250 Millionen Euro im Monat beziffert und eine stärkere Unterstützung der Regierungen beider Länder gefordert.