Aufruf zum Hass gegen die AfD zeigt Wirkung: Morddrohung gegen Sohn von Berliner AfD-Abgeordneten

Der Sohn des Berliner AfD-Abgeordneten Gunnar N. Lindemann wurde von Mitschülern mit dem Tode bedroht. Man wolle ihn „abstechen“. Der Grund dafür sei offensichtlich das politische Engagement seines Vaters.

Der Abgeordnete Lindemann teilt hierzu mit:

„Die Gewaltaufrufe aus den Altparteien sind offenbar in den Schulen angekommen.“ Erst vor kurzem habe der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dazu aufgefordert, die AfD „bis aufs Messer zu bekämpfen“. Damit reihe Herr Laschet sich in die Reihe der Hassprediger ein, die offen zur Gewalt gegen die demokratische Opposition aufrufen. Erinnert sei auch an die Äußerung des schleswig-holsteinischen Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner (SPD), der bereits 2016 twitterte, man müsse „Personen und Personal der AfD attackieren“.

„Wenn die Gewaltaufrufe der Altparteien nun dazu führen, dass die Familien demokratisch gewählter Abgeordneter bedroht werden, ist der Zenit des Akzeptablen endgültig überschritten“, meint Lindemann. Was solle als nächstes passieren? „Wird der erste Täter mit einem Preis ausgezeichnet, weil er schließlich „für eine gute Sache“, nämlich den Machterhalt der Altparteien, gemordet hat?“

„Selbst der Marzahn-Hellersdorfer Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) entblödete sich nicht, die Morddrohung gegen meinen Sohn auf Facebook zu relativieren“, sagt Lindemann. Während er im ersten Absatz seines Facebook-Kommentars den Sachverhalt verurteilte, musste er abschließend ein weiteres Mal die SPD-Parteilinie dahingehend bestätigen, dass er behauptete, es sei „die AfD, die mit ihren Äußerungen zu einem Klima des Hasses beitrage“. „Vielleicht sollte Herr Lemm darüber nachdenken, ob er angesichts dieser Äußerung für die Funktion des Schulstadtrates charakterlich geeignet ist“, meint Lindemann.

„Im Übrigen bin ich angesichts der bisherigen Maßnahmen der Berliner Polizeiführung mehr als befremdet“, so Lindemann. So sei anscheinend keiner der mutmaßlichen Täter von der Polizei befragt worden. „Das Einzige, was die Polizeiführung in dieser Sache bisher bewerkstelligen konnte, war die Herausgabe einer Pressemitteilung.“

„Nicht nur für meinen Sohn, sondern für alle Kinder an den Berliner Schulen hoffe ich, dass Senatorin Scheeres sehr schnell und sehr effektiv geeignete Maßnahmen anordnet, um unsere Schulen zu einem sicheren Ort zu machen“, sagt Lindemann. Dies müsse gesamtgesellschaftlicher Konsens sein. Und zwar über alle Parteigrenzen hinweg, unabhängig von Beruf oder politischer Überzeugung der Eltern.

„Polizeiführung und Justiz werden sich daran messen lassen müssen, wie effektiv und nachhaltig sie gegen die Täter vorgehen“, so Lindemann. Hier werden wir sehr genau beobachten, ob in Berlin geltendes Recht durchgesetzt, oder ob auf ideologischer Grundlage vorgegangen wird.

Der Sohn von AfD-Politiker Lindemann erhielt von seinen Mitschülern Morddrohungen, wie unter anderem gestern das deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! berichtete. Demnach habe eine Klassenkameradin seinem Sohn eine mündliche Botschaft von den drei Tatverdächtigen (15, 16, 18) überbracht – „Ich stech‘ dich ab“, soll diese gelautet haben.

Hintergrund der Bedrohungen soll das politische Engagement des Vaters sein, teilte die Polizei weiter mit. Laut Lindemann soll es gegenüber seinem Sohn schon öfter Übergriffe und Beschimpfungen gegeben haben. Nun will der AfD-Abgeordnete mit der Schulleitung klären, wie es weitergeht.