NATO sagt Türkei Unterstützung im Syrien-Krieg zu — Kein Bündnisfall nach Artikel 5

Nachdem türkische Soldaten durch einen syrischen Luftangriff getötet wurden, sagt die Nordallianz dem Bündnispartner Türkei ihre Unterstützung zu.

Nachdem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Botschafter der 29 NATO-Mitglieder zu einer Sondersitzung einberufen, wo die Unterstützung Ankaras beschlossen wurde. Zunächst beschränkt man sich über die Überwachung des syrischen Luftraums.

Der Bündnisfall Artikel 5 wurde allerdings nicht ausgerufen, sondern Artikel 4 des Nordatlantikpaktes, wonach die Türkei Beratungen zu weiteren Schritten fordert. Moskau sieht darin keine Gefahr, verweist aber darauf, dass die Türkei nicht rechtzeitig die Standorte ihrer Soldaten weitergab, um den syrischen Luftangriff besser zu steuern.

Die syrische Armee kämpft aktuell gegen türkisch-gestützte Rebellen und wird dabei von der russischen Luftwaffe unterstützt. Gestern kamen bei einem Luftangriff im umkämpften Idlib 33 Soldaten der türkischen Armee ums Leben. Ankara machte Damaskus für den Luftangriff verantwortlich.

Die Türkei hat währenddessen die Grenze zur Europäischen Union geöffnet, die sich zu Tausenden auf den Weg nach Europa machen. Die Türkei begründet diesen Schritt mit mangelnder Unterstützung der EU bei der Grenzsicherung an der syrisch-türkischen Grenze.

Die Lage in Idlib spitzt sich weiter zu. Die als letzte Terroristenhochburg geltende Region Idlib ist aktuell Schauplatz heftiger Kämpfe. Die syrische Armee will die Kontrolle über das Land vollständig zurückgewinnen.