Trotz Waffenstillstand: Saudische Kampfjets attackieren Provinzen im Jemen

Die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat trotz der früheren Ankündigung eines Waffenstillstands zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie erneut Luftangriffe in jemenitischen Provinzen durchgeführt.

Kampfjets der von Saudi-Arabien geführten Koalition bombardierten Wohngebiete in den Städten Sarwah und Mojzer in der Westprovinz Ma’rib. Sie führten auch ähnliche Luftangriffe in den Provinzen Sa’ada und al-Jawf durch.

Währenddessen wurde eine jemenitische Frau in der Provinz Taiz von saudischen und emiratischen Scharfschützen gemartert.

Die frischen Luftangriffe ereigneten sich weniger als 48 Stunden, nachdem die saudischen Kampfflugzeuge das Wadi Dhahr-Gebiet des Hamdan-Distrikts in der Hauptstadt Sanaa sowie ein Gebiet in der Nähe des Krankenhauses dreimal bombardiert hatten.

In den frühen Morgenstunden des Donnerstag führten saudische Kampfflugzeuge auch Streiks gegen die Gebiete Aroush und Watda im Distrikt Khawlan in der Provinz Sanaa durch.

Die Luftangriffe ereignen sich trotz der Behauptungen der Invasoren, sie hätten Militäroperationen zur Unterstützung der Friedensbemühungen der Vereinten Nationen eingestellt und eine weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus im Jemen vermieden.

Am 8. April behauptete Riad, es werde alle militärischen Operationen für zwei Wochen einstellen, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Aber seitdem hat es mehrfach gegen den Waffenstillstand verstoßen.

Die Ansarullah-Bewegung im Jemen hat die Waffenstillstandsklage als «falsch und irreführend» abgetan und erklärt, die von Saudi-Arabien geführte Koalition habe ihre Offensiven gegen den Jemen sogar eskaliert.

Riad und seine Verbündeten wurden weithin wegen der hohen Zahl ziviler Todesopfer kritisiert, die sich aus ihrer Bombenkampagne im Jemen seit Anfang 2015 ergeben.

Mindestens 80 Prozent der 28 Millionen Einwohner des Jemen sind auf Hilfe angewiesen, um in der von den Vereinten Nationen als schlimmste humanitäre Krise der Welt bezeichneten Krise zu überleben.