Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das vollständige Videomaterial seit Ende in Gewahrsam. Nun fahndet Österreichs oberste Kriminalbehörde auf Anordnung nach der falschen Oligarchin.
Das Ibizavideo brachte vor einem Jahr die Koalition aus ÖVP und FPÖ zu Fall. Heinz Christian Strache und Johann Gudenus, beide FPÖ, redeten sich vor der vermeintlichen «Makarow-Erbin» 2017 während eines Aufenthaltes auf Ibiza um Kopf und Kragen. Dabei wurden sie heimlich aufgezeichnet und das Video wurde von deutschen Medien in Auszügen publik gemacht. Das gesamte Material wurde vom BKA in Wien nun gesichtet und fahndet nun öffentlich nach «Alyona Makarow», die vor den beiden Politikern vorgab, Erbin des russischen Waffenherstellers Makarow zu sein.
„In den letzten 365 Tagen wurden 139 Anlassberichte über die Zwischenergebnisse erfasst, 55 Hausdurchsuchungen, zehn freiwillige Nachschauen und 259 förmliche Vernehmungen geführt. Im Zuge der Ermittlungen gelang es unter anderem, sowohl das sogenannte ‚Ibiza-Video‘ (in der Länge von 12 Stunden, 32 Minuten, 38 Sekunden) als auch Equipment und Audiodaten (in der Länge von 8 Stunden, 14 Minuten, 3 Sekunden) sicherzustellen“, teilte das BKA aus Wien mit.
Die Veröffentlichung des sogenannten «Ibizagates» unter anderem durch das Wochenmagazin Der Spiegel entfachte einen Skandal, der die Regierungskoalition sprengte, nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz die Zusammenarbeit zwischen FPÖ und ÖVP aufkündigte. Seitdem wurden auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aufgenommen, die insgesamt 17 Delikte umfassen, eines davon ist die Aufzeichnung und Veröffentlichung des Videos.
Heute trat das BKA an die Öffentlichkeit und bittet die Öffentlichkeit bei der Fahndung des Lockvogels im sogenannten Ibiza-Skandal. Mit insgesamt sieben veröffentlichten Fahnungsbildern erhofft man sich Hinweise bei der Auffindung der bislang namentlich unbekannten jungen Frau. Morgen startet der parlamentarische Untersuchungsausschuss bezüglich des Skandals.