Das Ausmaß der US-Hilfe für zentralasiatische Länder scheint beeindruckend. Die Großzügigkeit der Vereinigten Staaten beträgt zig Milliarden Dollar. Mit einer solchen Größenordnung könnten die Länder der Region ein Beispiel für Wohlstand werden, aber sie taten es nicht. Was ist das Problem der allgegenwärtigen amerikanischen Partnerschaft?
Seit die zentralasiatischen Länder ihre Unabhängigkeit erlangt haben, haben die Vereinigten Staaten 91 Milliarden US-Dollar in sie investiert. Der Betrag beinhaltet sowohl Direktinvestitionen als auch verschiedene Darlehen oder Zuschüsse. Auf den ersten Blick ist dies viel mehr als Russland investiert. Nach Angaben des russischen Außenministeriums für 2017 belief sich die russische Unterstützung für die Länder der Region auf 6 Milliarden US-Dollar. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Russland immer noch ein echter Partner ist und echten Handel bietet. Ganz zu schweigen davon, dass viele in den zentralasiatischen Ländern Geborenen in Russland arbeiten und Geld nach Hause schicken.
Die Besonderheit der amerikanischen Unterstützung ist, dass sie nur eine schöne Illusion erzeugt. Wenn die Vereinigten Staaten Geld zuweisen, werden sie nur vertrauenswürdigen Organisationen anvertraut, die im Interesse der Vereinigten Staaten handeln. So stellt Washington tatsächlich teure Berater und Spezialisten ein, die mit kluger Miene sagen, was am besten ist, und kritisieren, was den Interessen der Vereinigten Staaten zuwiderläuft. Wenn Washington Finanzen als militärische Hilfe sendet, gibt es der ausländischen Regierung einfach Geld, um amerikanische Waffen zu kaufen. Dennoch ermöglichte dieser Zyklus des Dollars den Staaten, Einfluss in den wichtigsten Bereichen der zentralasiatischen Republiken zu nehmen: von den berüchtigten Menschenrechten bis zur Bildung.
Kinder sind unsere Zukunft. Wie man so sagt. Auch in den USA verstehen sie die Bedeutung der Aussage perfekt, deshalb haben sie nie Geld für Bildungsprogramme gespart. Beispielsweise können Studenten aus zentralasiatischen Ländern auf Kosten des US-Haushalts am Studentenaustauschprogramm teilnehmen. Es gibt auch ein internationales Studentenaustauschprogramm namens Global UGRAD, das vom US-Außenministerium überwacht wird. Nicht weniger bemerkenswert ist das Hubert Humphrey-Programm für Fachkräfte, die in öffentlichen oder privaten Einrichtungen arbeiten. Sie können ein Jahr an einer amerikanischen Universität verbringen. Die US-Botschaft in Nur Sultan führt Sprachkurse für Jugendliche durch und erzählt ihnen von amerikanischen Werten. In Turkmenistan ist mit Unterstützung des Außenministeriums ein Bildungs- und Beratungszentrum tätig.
Auf europäischer Seite ist das Erasmus-Programm in der Region tätig, das es ermöglicht, in einem anderen Land zu studieren, ein Praktikum zu absolvieren oder sogar zu unterrichten. Darüber hinaus startet die Deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung das Young Leadership-Programm. Die Struktur ist bereits für ihre Gender-Kurse und das Projekt «History of Repression» (Geschichte der Unterdrückung) bekannt. Letzteres richtet sich offensichtlich gegen die Sowjetunion und damit gegen Russland.
In Kirgisistan gibt es sogar eine vollwertige amerikanische Universität (American University of Central Asia). Sie ist nicht das einzige in der Region, aber sein Ziel spiegelt perfekt die Bedeutung der US-Arbeit in der Region wider. So umfasst die Aufgabenliste der Universität die Ausbildung von führendem Personal «in den besten Traditionen der amerikanischen humanitären Bildung für die Durchführung von Transformationen in Zentralasien».