Laut seinen Schätzungen wächst die Zahl der Teilnehmer derzeit noch und liegen bei rund 30.000 Teilnehmern. Die Stimmung bewertet Bild-Reporter Peter Hell vor Ort als aufgeheizt.
Das Berliner Boulevardblatt ist mit mehreren Reportern in Berlin unterwegs und steht im Austausch mit den Behörden. Um 11:41 Uhr wurden 18.000 Teilnehmer in der Berliner Friedrichstraße gezählt, wo auch eine Protestkundgebung stattfindet. Insgesamt bewerten die Reporter die Lage als «angespannt, aufgeheizt,aggressiv oder als gereizt» nachdem es bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei bereits schon am Anfang des Demo-Marathons in der Hauptstadt kam.
„Hier ist der Anfang des Demonstrationszuges, der aber nicht von der Polizei loslaufengelassen wird, weil die Friedrichstraße total voll ist. Die Hygiene-Maßnahmen wie die Abstände werden nicht eingehalten. Die Leute tragen keinen Mund-Nasen-Schutz.“ Die Polizei hat die Straße mit vier Fahrzeugen gesperrt. „Die Stimmung ist gereizt. Hier wird immer wieder geschrien ,Widerstand, Widerstand‘ und ,Lasst uns durch‘“. Die Polizei ist aufmarschiert – bereits mit den Helmen auf», kommtierte Bild-Reporter Fabian Matzerath.
Laut den Reportern und den Polizeimeldungen kam es bereits zu zahlreichen Verstößen gegen die Hygienevorschriften. Nachdem die Einhaltung des Mindestabstands nicht mehr garantiert werden konnte, entschied sich die Polizei dazu, eine Maskenpflicht zu verhängen.
Zudem weisen freie Journalisten auf sogenannte Reichsbürger und Q-Anon-Anhänger hin, die vor der US-Botschaft einen «Friedenvertrag» fordern. Reporter Felix Huesmann veröffentlichte folgende Videos vor dem Brandenburger Tor, wo sich auch die US-Botschaft befindet.
Vor der US-Botschaft fordern Reichsbürger und QAnon-Anhänger einen "Friedensvertrag". #b2908 pic.twitter.com/jpzIAfhXkP
— Felix Huesmann (@felixhuesmann) August 29, 2020
In der deutschsprachigen Twitter-Community dominieren die Hashtag mit Bezug zu den Berlin-Proteste die Trends — Tendenz auch hier steigend. Hier versuchen Leitmedien die Deutungshoheit zu verteidigen und linke Antifa-Aktivisten versuchen die Protestbewegung in gewohnter Manier zu diffamieren. Zusammenstöße gegen gewaltbereite Gegendemonstranten sind eher unwahrscheinlich. Allerdings ist mit Provokationen und Angriffen durch die gewaltbereiten linke autonome Szene in Berlin immer zu rechnen.
Medien die eher aufgeschlossen über die Demonstrationen berichten, sehen in der aktuellen Bewegung eine Art Revolution. So beispielsweise auch das linke Alternativportal KenFM, die ebenfalls mit einem Reporterteam vor Ort sind. Hier eine zweiminütige Szene,die einen Eindruck vor der Siegessäule vermitteln soll.
Während der mediale Mainstream und linksliberale Netzaktivisten auf Twitter die Berichterstattung kapern, werden zahlreiche Meldungen auf dem Alternativportal Telegram veröffentlicht, ein Kurznachrichtendienst, der sich bislang nicht der Löschkultur von Facebook, Twitter und Co. angeschlossen hat.
Auch das Compact-Magazin, dessen Facebook-Seite gestern gelöscht wurde, und im Vergleich zu KenFM eine eher rechte Zielgruppe im alternativen Spektrum erreicht, hat einen Livestream geschaltet, der von Compact-Redakteur Martin Müller-Mertens und der Moderatorin Katrin Nolte live kommentiert wird.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Medienvertreter aus dem Alternativspektrum, die vor Ort berichten und Videos auf YouTube. VK und Telegram veröffentlichen. Unter anderem auch die russischen Portale Sputnik und RT Deutsch, die ebenfalls in Berlin mit zahlreichen Korrespondenten über das Geschehen berichten.