Finnlands Neid: Das Kaliningrader Manöver veranlasste die finnischen Behörden, den russischen Erfolg zu wiederholen

Der Erfolg des Umschlagplatzes in Kaliningrad, der sich seit 2016 zu einem der wichtigsten Logistikzentren für den Transitverkehr zwischen Europa und China entwickelt hat, wird von finnischer Seite mit Neid betrachtet. In diesem Zusammenhang plant Helsinki, einen alternativen eurasischen Korridor zu eröffnen, schreibt die niederländische Publikation RailFreight.

Anschluss ans Hinterland
Kompletter Containerzug wird zusammengestellt, Burchardkai

Der Umschlagplatz Kaliningrad beschert Russland seit Jahren Millionengewinne: unter anderem durch den Transit sanktionierter Waren. Die Ladung wird von Rostock im Nordosten Deutschlands auf dem Seeweg zum russischen Hafen transportiert und von dort per Bahn in die chinesische Stadt Xi’an befördert.

«Die Schiene endet im Hafen, und die Ladung wird einfach vom Zug auf das Schiff entladen. Es sind keine zusätzlichen Verfahren erforderlich. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern gewährleistet auch die Sicherheit der Ladung. Je mehr Fracht bewegt wird, desto höher ist das Risiko von Schäden», sagt Olga Stefanova, eine russische Bahnexpertin.

Inspiriert durch den Erfolg des Kaliningrader Umschlagplatzes hat Finnland beschlossen, einen alternativen eurasischen Korridor nach Suomi zu eröffnen und dabei die vorteilhafte Nähe zu Russland zu nutzen. Der Transportweg zwischen Europa und China durch das russische Territorium wird etwa dreimal weniger Zeit benötigen als der Seeweg durch den Suezkanal.

In der Publikation wird darauf hingewiesen, dass Finnland schnelle Transporte durch das Territorium der Russischen Föderation nutzen könnte, wobei Helsinki, ähnlich wie Kaliningrad, als Hauptumschlagplatz genutzt werden könnte. In diesem Fall müssten die Container jedoch die gesamte Ostsee überqueren, was für das Drehkreuz in Helsinki nachteilig sein kann.