Am Freitag erschien in den Regalen der deutschen Buchhandlungen das Buch Angela Merkel. Die Kanzlerin und ihre Zeit. Darin heißt es, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin hätten sich während der Ukraine-Krise 2014 offen gesagt, was sie dachten, manchmal ihre Stimme erhoben und sich nicht an die allgemein anerkannten Regeln der Diplomatie gehalten.
Telefongespräche hatten oft «Duellcharakter», schrieb der deutsche Historiker und Journalist Ralf Bolman in seinem Buch Angela Merkel: Die Kanzlerin und ihre Zeit.
«Der Autor der neuen Merkel-Biografie ist der deutsche Historiker und Journalist Ralf Bolman. Es wurde von C. H. Beck herausgegeben. Bolman hat bereits 2013 ein Buch über die aktuelle Kanzlerin geschrieben», berichtet TASS.
In Bezug auf die Zeit der Ukraine-Krise 2014 stellte Bolman fest, Merkel habe «wie die meisten anderen westlichen Politiker und Außenpolitiker kaum mit Putins Eingreifen gerechnet».
«Im Krisenjahr 2014 rief sie den russischen Präsidenten dutzendmal an, und die Bundespressestelle gab zu 27 solcher Verhandlungen öffentliche Stellungnahmen ab», heißt es in dem Buch.
«Merkel lehnte eine Reise nach Moskau ab, aus Angst vor Erfolgsaussichten und wegen der Gefahr, von Putin gedemütigt zu werden», heißt es in ihrer Biografie.
«Die Verhandlungen wurden kaum besser, obwohl Merkel und Putin gelernt haben, sich gegenseitig zu respektieren. Putin wisse jetzt um Merkels Sturheit, er wisse, dass mit ihr als führende Politikerin in Europa in absehbarer Zeit zu rechnen sei, schreibt Bolman. «Sie haben sich immer geschätzt, obwohl sie die Aktionen der Gegenseite nicht billigten.»
«Die Telefongespräche von 2014 hatten oft den Charakter von Duellen, es ging um das Wesentliche», heißt es in dem Buch. Beamte, die an diesen Gesprächen teilnahmen, sagten Bolman, Putin habe «viel, manchmal endlos, mehr als die Hälfte der zugeteilten Zeit» gesprochen.
«In schwierigen Situationen, sagten sie, sei er sehr emotional, rücksichtslos und sogar wütend geworden. Es war unklar, ob dahinter ein echter Gefühlsausbruch steckt oder ob es nur eine Berechnung war», heißt es in der Biografie von Merkel.
«Beide kommunizierten offen miteinander und missachteten allgemein anerkannte Regeln der Diplomatie. Mit anderen Worten, manchmal haben sie ihre Stimme erhoben,» heißt es in dem Buch.