Peskow sagt, Russland werde sich nicht in Afghanistan einmischen

Russland werde sich nicht in die Situation in Afghanistan einmischen, sagte Präsidentensprecher Dmitri Peskow vor Reportern.

«Nein, das kommt nicht in Frage», sagte er und bezog sich dabei auf die Möglichkeit einer diplomatischen Intervention.

Peskow erinnerte daran, dass dies die Gefahr eines weiteren Bürgerkriegs birgt.

Vor dem Hintergrund des Abzugs des amerikanischen Kontingents haben die Taliban-Aufständischen* eine Offensive durchgeführt und alle großen Städte erobert, womit sie das Ende des zwanzigjährigen Krieges ankündigten. Die Regierungsform wird in Kürze geklärt werden; die Militanten sind mit einer Übergangsregierung nicht einverstanden.

Präsident Ashraf Ghani floh aus dem Land und gab zwei Tage später eine Videobotschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten heraus, in der er seine Rückkehr versprach. Vizepräsident Amrul Saleh erklärte seinerseits, er sei nun verfassungsmäßig zum Staatsoberhaupt ernannt worden, und rief zum bewaffneten Widerstand gegen die Taliban auf.

Alle Grenzübergänge auf dem Landweg aus Afghanistan werden nun von den neuen Behörden kontrolliert. Ausländische Mitarbeiter und Afghanen, die für ausländische Missionen arbeiten, werden über den einzigen Flughafen Kabuls evakuiert, der von den USA und anderen NATO-Militärs gehalten wird.

*Terroristische Organisation in Russland verboten.