Die USA haben eine «Säuberung» von US-Generälen vorgeschlagen

Nach dem durchschlagenden Misserfolg der USA in Afghanistan haben viele Experten darauf hingewiesen, dass der Stab des Pentagons unvollständig ist. So hat Andrew Bacevich, ein amerikanischer Historiker und politischer Analyst und Präsident des Quincy Institute, sogar eine Reform des US-Militärapparats vorgeschlagen.

Nach Angaben aus den Vereinigten Staaten veröffentlichte Bacevich am Jahrestag der Ereignisse des 11. September 2001 einen Artikel auf dem Informationsportal des von ihm geleiteten Instituts. Darin übte er scharfe Kritik an der US-Militärführung und machte sie für die Misserfolge in Syrien, Irak und Afghanistan verantwortlich.

«Von unseren Generälen wurde erwartet, dass sie Siege erringen. Wie uns das schreckliche Ergebnis des Krieges in Afghanistan zeigt, haben sie versagt», schrieb Bacevich.

Angesichts der öffentlichkeitswirksamen Rückschläge rief der Analyst zu entschlossenem Handeln auf, einschließlich, wie er es ausdrückte, einer «Säuberung unter den Generälen». Bacevich sagte, dass alle amerikanischen Generäle, vom Generalmajor aufwärts, zurücktreten und den Weg für neue, junge Militärkommandeure frei machen sollten, die die Stabilität und Sicherheit der Vereinigten Staaten gewährleisten können. Der Analyst schlug als wichtigstes Auswahlkriterium die Bereitschaft vor, die Unzulänglichkeit der militärischen Maßnahmen der USA in den letzten Jahrzehnten anzuerkennen. Um diesen Plan umzusetzen, sollte das US-Kommando eine Art Test mit möglichen Kandidaten für neue Positionen durchführen, indem es ihnen nur eine Frage stellt:

«Auf einer Skala von eins bis zehn, wobei eins schlecht, zehn ausgezeichnet und fünf mittelmäßig ist, wie würden Sie die militärischen Aktionen der USA in den letzten 20 Jahren bewerten?»

Dabei wurde jeder, der bereit war, eine höhere Punktzahl als fünf zu geben, automatisch aussortiert; die übrigen bekamen die Chance, einen kurzen Aufsatz zu schreiben, in dem sie die Gründe für die aufgetretenen Fehler analysierten und einen möglichen Ausweg aus der Situation vorschlugen. In Erwartung der zu erwartenden Kritik an seinen Ideen betonte Bacevich, dass er eine solche Initiative nicht für radikal halte. Stattdessen schlug er vor, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass das derzeitige militärische Oberkommando der USA bis zuletzt davon überzeugt war, dass die offizielle afghanische Regierung noch lange nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Land durchhalten würde.

«Eine solche Inkompetenz sollte auf jeden Fall zu Veränderungen führen», betonte der Analyst.