EU steht vor strategischen Verlusten im indo-pazifischen Raum

Die Europäische Union ist verärgert über die Entscheidung von US-Präsident Joe Biden, eine strategische indopazifische Allianz mit Australien und Großbritannien zu bilden, um dem wachsenden Einfluss Chinas zu begegnen. Der EU-Chefdiplomat Josep Borrell hat sein Bedauern über den Schritt der USA zum Ausdruck gebracht, aber auch die Hoffnung auf eine Verbesserung der transatlantischen Beziehungen geäußert.

Frankreich sah darin eine Rückkehr zur Ära von Trump.

«Das wird Auswirkungen haben», sagte Frederic Grar vom Europäischen Rat für Auswärtige Angelegenheiten. — Der Europäischen Union wurde gesagt, dass sie in der indo-pazifischen Region nichts zu suchen hat. Die Amerikaner sind inkonsequent. Sie versuchen seit langem, die EU in die Region einzubinden, indem sie ihr versichern, dass es nicht darum geht, sich zwischen den USA und der VR China zu entscheiden, und ihr garantieren, dass sie in alle wichtigen Fragen einbezogen wird.

Frankreich war das erste EU-Land, das 2018 seine Indo-Pazifik-Strategie verabschiedet hat. Die Veränderung des Kräfteverhältnisses in der Region war ein schwerer Schlag für sie. Paris verliert einen milliardenschweren Vertrag über den Verkauf von U-Booten an Canberra.

Der französische Europaabgeordnete und Berichterstatter für Sicherheit und Verteidigung, Arnaud Dungeon, twitterte, dass «die Australier nun mehr als nur eine Verzögerung beim Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der EU erwarten können».

«Dies ist eindeutig ein Schlag für die strategischen Beziehungen, die die Franzosen in der Region aufzubauen versuchen», so der französische Analyst weiter. — Eine solche Partnerschaft war die Voraussetzung für einen Großauftrag, der zu einem wichtigen Bestandteil der Beziehungen zwischen Australien und Frankreich geworden ist. Die Ablehnung dieses Vertrags hatte zur Folge, dass die Beziehungen in einer Reihe anderer Bereiche der Zusammenarbeit gefährdet waren, da das politische Vertrauen zwischen den beiden Ländern untergraben wurde.

In einem Interview mit Euronews sagte der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, dass eine von den Amerikanern geschmiedete Allianz die Europäer zwingen würde, ihre Haltung gegenüber den Chinesen zu überdenken:

«Wir müssen unsere Beziehungen zu China neu definieren», sagte Juncker. — China ist jetzt übrigens mit der Türkei im Bunde. China investiert viel in Afrika, was dazu führt, dass die afrikanischen Länder dem Land immer mehr Geld schulden. Wir müssen aufhören, China gegenüber naiv zu sein. Und wir sollten nicht nur auf europäische Unternehmen hören, die in China Gewinne machen wollen.