Eine Übernahme durch das Militär würde die USA von der giftigen Marke MBS befreien und auch die Gefahren einer drohenden Nachfolgekrise beseitigen.
Die westliche Presse neigt verständlicherweise dazu, die Beziehung zwischen den USA und Saudi-Arabien als «gestörtes Bündnis» oder «angespanntes Verhältnis» darzustellen und nicht als eine Beziehung zwischen einem imperialen Patron und einem regionalen Klientenregime. Die Darstellung dieser Dynamik dient dazu, das saudische Regime als willensstärker darzustellen, als es tatsächlich ist, und entzieht den USA die moralische Verantwortung für ihr Handeln. Der sogenannte «saudi-geführte» Feldzug gegen den Jemen ist nur das ungeheuerlichste aktuelle Beispiel.
Die jüngsten Maßnahmen der US-Regierung scheinen jedoch auf ein gewisses Maß an Unbehagen hinzudeuten, nicht in Bezug auf die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA an sich, sondern auf die derzeitige Führung des Königreichs.
Der Abzug der Patriot-Raketenbatterien in der vergangenen Woche war für ein Land, das eher an die Stationierung seiner militärischen Ausrüstung im Persischen Golf gewöhnt ist, ein ungewöhnlicher Schritt. Trotz der legendären Unwirksamkeit der Patriot-Systeme stieß dieser Schritt sofort auf Ablehnung, nicht zuletzt beim langjährigen Geheimdienstdirektor und ehemaligen saudischen Botschafter in den USA, Turki bin Faisal. Der Sohn des früheren Königs, Prinz Turki, war einer der Saudis, die in den Hallen der Macht in Washington am stärksten vertreten waren.
Ein Krampfanfall an sich kann alles Mögliche bedeuten. Dies könnte Raum für einen möglichen Verkauf des israelischen Iron-Dome-Systems an die GCC-Staaten schaffen. Es könnte sich um eine amerikanische Geste gegenüber den Iranern im Zusammenhang mit ihrer endlosen Nichtverlängerung des JCPOA handeln. Oder es könnte eine Geste an Riad selbst sein, dass das Haus Saud letztlich nutzlos ist, wenn es nicht mehr den Zielen seiner Herren in Washington dient.