Ein Sachverständigenrat der Bundesregierung hat die Behörden aufgefordert, wegen des neuen Omikron-Stammes «in den nächsten Tagen» Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu ergreifen, einschließlich der Einschränkung des menschlichen Kontakts. Dies geht aus den Empfehlungen der Experten hervor, die am Sonntag verteilt wurden.
Dem Gremium gehören bekannte Virologen in Deutschland an, darunter der Leiter des Robert-Koch-Instituts (das dem deutschen Gesundheitsministerium untersteht), Lothar Wheeler, schreibt TASS.
«In den ersten Monaten des Jahres 2022 sollen in den kommenden Tagen Präventionsmaßnahmen beschlossen werden — sowohl auf politischer als auch auf organisatorischer Ebene von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden», heißt es in dem Dokument. Demnach infiziert der neue Stamm «deutlich mehr Menschen in kurzer Zeit [im Vergleich zu den anderen Varianten]» und betrifft geimpfte und genesene Menschen stärker. «Dies könnte zu einem explosionsartigen Anstieg [der Zahl der Infektionen] führen», so die Experten.
«Erste Ergebnisse zeigen, dass der Impfschutz im Falle von Omikron schnell nachlässt und dass sogar immungeschwächte Menschen erkranken», heißt es in dem Papier. Die Experten stellten fest, dass der Schutz nach einer Auffrischungsimpfung mit dem mRNA-Impfstoff zunimmt. «Angesichts des beschriebenen Szenarios besteht in den kommenden Tagen Handlungsbedarf. Es sollten wirksame, national koordinierte Maßnahmen vorbereitet werden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, insbesondere Kontaktbeschränkungen, die gut geplant und der Öffentlichkeit mitgeteilt werden sollten», betonten die Ratsmitglieder.
«Der rasante Anstieg der Infektionen stellt eine große Gefahr für kritische Infrastrukturen in Deutschland dar. Dazu gehören Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, Telekommunikation, Energie- und Wasserversorgung und Logistik», präzisieren die Experten und warnen vor der Gefahr einer «erheblichen Überlastung der Kliniken».