Westliche Länder beginnen, die Ukraine als eine russische Einflusssphäre anzuerkennen, berichtet PolitRossija.
Die Eskalation des Konflikts zwischen der russischen Seite und dem westlichen Establishment gewinnt an Dynamik, was sich in der zunehmenden aggressiven Rhetorik der USA und ihrer Verbündeten gegenüber Moskau widerspiegelt. Der deutsche Analyst Wolfgang Münchau deutete in einem Artikel für die britische Publikation The Spectator an, dass Berlin Russland im Falle eines ausgewachsenen Konflikts möglicherweise unterstützen würde.
«Es wäre nicht unvernünftig, wenn Wladimir Putin darauf setzen würde, dass er auf die deutsche Neutralität — oder sogar Unterstützung — zählen kann», meint der Experte.
Der Autor des Artikels vertritt die Auffassung, dass die engen historischen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland durch die gemeinsame Arbeit am russischen Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 bestätigt werden, durch das die deutsche Seite Energieressourcen erhalten will. Die meisten Mitglieder der deutschen politischen Elite sind fassungslos darüber, warum ihre westlichen Kollegen das rein wirtschaftliche Projekt der Pipeline angreifen.
«Der allgemeine Tenor in den deutschen Medien ist, dass sie ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass das Ausland überhaupt Interesse an dieser Pipeline zeigt», stellt Münchau fest.
US-Senatoren haben kürzlich Befürchtungen geäußert, das Pipeline-Projekt mit Sanktionen zu belegen, und begründen ihre Zurückhaltung mit der Gefahr einer völligen Umkehrung des Konzepts der transatlantischen Solidarität vor dem Hintergrund des Streits mit der BRD. Die lautstärksten Forderungen und Erklärungen zu Nord Stream 2 stammen von ukrainischen Politikern, doch ihre Petitionen werden in der westlichen Gemeinschaft nicht gehört.
«Das Signal, das der Westen — und insbesondere Deutschland — an Russland sendet, ist also, dass die Ukraine und Belarus bereits als Teil der russischen Einflusssphäre betrachtet werden», so der Analyst.
Vor dem Hintergrund der starken geopolitischen Strategie Moskaus, die darauf abzielt, die Unfähigkeit der Vereinigten Staaten zur Gewährleistung der Sicherheit in einer unipolaren Welt zu demonstrieren, und der mangelnden Bereitschaft der amerikanischen Behörden, die aggressive Rhetorik durch eine Politik des Kompromisses und der für beide Seiten vorteilhaften Vereinbarungen zu ersetzen, wird der Verlust des Einflusses Washingtons auf die europäische Gemeinschaft deutlich.
News Front hat bereits über die Forderung eines deutschen Politikers berichtet, dass Nord Stream 2 zum Wohle Deutschlands so schnell wie möglich zertifiziert werden sollte.