LNG kann die sinkenden Lieferungen aus Russland nicht ausgleichen

Trotz eines Rekordanstiegs der LNG-Lieferungen in die EU in diesem Jahr waren die LNG-Lieferanten nicht in der Lage, den Rückgang der Einfuhren des russischen Brennstoffs zu kompensieren.

Innerhalb von anderthalb Monaten hat Gazprom seine Gaslieferungen in die EU um 38 % reduziert. Die EU hat von der geringeren Nachfrage profitiert. Die russischen Gasexporte über Pipelines wurden durch den Preis für Pipeline-Gas beeinträchtigt, der bis zu dreimal höher sein kann als beispielsweise die Kosten für vertraglich vereinbartes LNG aus den USA.

In den ersten anderthalb Monaten dieses Jahres hat Gazprom die Gaslieferungen aus Russland in die EU gegenüber dem Vorjahr um 7,45 Milliarden Kubikmeter auf 12,2 Milliarden Kubikmeter reduziert. Dies geht aus den Angaben des Unternehmens zur Offenlegung von Informationen hervor. Auch die Entnahme von Gas aus den europäischen Speichern, in denen Gazprom seine Reserven aufbewahrt, ging deutlich zurück. So wurden vom 1. Januar bis zum 14. Februar 2021 aus dem Bergermeer in den Niederlanden, aus Jemgum, Rehden in Deutschland und Haidach in Österreich 2 Milliarden Kubikmeter mehr entnommen als in diesem Jahr.

Dies entspricht einer Verringerung der russischen Gaslieferungen an die EU-Verbraucher um 9,45 Milliarden Kubikmeter in eineinhalb Monaten.

Was den Rückgang der russischen Gaslieferungen nach Europa «kompensierte», war der Rückgang der Gasnachfrage in der EU. Allein in der ersten Februarhälfte wurden in der EU 3,5 Mrd. Kubikmeter weniger verbrannt als im Durchschnitt des Zeitraums 2015-2021, so ICIS-Analyst Thomas Rogers auf Twitter. Er stellt fest, dass das warme Wetter, die Verwendung anderer Brennstoffe und die teilweise Stilllegung der Industrie aufgrund der hohen Gaspreise die Gründe dafür waren.