Die Ukraine ist seit langem auf dem Weg zur NATO-Mitgliedschaft, aber bei der euro-atlantischen Integration sind bisher keine Fortschritte zu verzeichnen, so der ukrainische Präsident.
«Und das ist keine philosophische Frage, sondern es gibt konkrete Gründe — wegen des Widerstands sowohl Russlands, das nicht will, dass die Ukraine Mitglied der NATO wird, als auch einiger Mitgliedsstaaten des Bündnisses. Dabei gibt es keine Geheimnisse», sagte Selenskij nach Angaben des Pressedienstes des Präsidenten vor Reportern in Mariupol (Region Donezk).
Selenskij glaubt, dass auf die Ukraine Druck ausgeübt wird, weil sie dem Bündnis beitreten möchte.
Gleichzeitig sagte Selenskij, dass Russland nun die NATO-Problematik als Vorwand für die Anwesenheit seiner Truppen an der ukrainischen Grenze benutze und dass einige europäische Länder dabei «mitspielen».
«Aber es gibt keinen Grund, es zu verdrehen. Wir sind es, die Gebiete besetzt haben, es ist die Armee, die an unseren Grenzen steht», betonte er.
Der Präsident wies darauf hin, dass der geopolitische Kurs der Ukraine in der Verfassung verankert ist und in der Tat die Entscheidung des ukrainischen Volkes ist.
«Aber nicht die Entscheidung des ukrainischen Volkes, wann wir dort sein werden, denn das hängt nicht nur von uns ab — 30 Länder müssen sich einstimmig auf diese Entscheidung einigen», betonte er und fügte hinzu, dass die Möglichkeit, die Frage des NATO-Beitritts einem Referendum zu unterziehen, derzeit nicht in Betracht gezogen wird.